Mönchengladbach: Drei neue Moschee-Pläne

Mönchengladbach: Drei neue Moschee-Pläne

An der Nordstraße plant das Islamische Zentrum eine Schule. Am Gerstacker entstand ein muslimischer Gebetsraum, an der Mittelstraße soll eine neue Moschee gebaut werden. Dorthin laden auch Salafisten-Anhänger zum Beten ein.

Drei neue muslimische Einrichtungen sollen in Rheydt entstehen. Das ist zunächst einmal nicht weiter außergewöhnlich — in Mönchengladbach gehört der Islam zur Stadt, rund 10 000 Muslime leben hier. Bis auf den mittlerweile aufgelösten Verein "Einladung zum Paradies" (EZP) sind zudem alle islamischen Gemeinschaften unauffällig und kein Fall für den Verfassungsschutz. Viele Muslime suchen den Dialog mit Christen und Andersgläubigen, sind in die Gesellschaft integriert und öffnen ihre Gebetshäuser auch regelmäßig für alle Interessierten.

An der Mittelstraße ist nun eine neue Moschee mit Kuppel und modernen Gebetsräumen für Männer und Frauen in Planung — auch das ist noch kein Grund zur Aufregung, entsteht doch etwa in Köln-Ehrenfeld derzeit eine gigantische Moschee mit Minaretten.

Bereits im Dezember 2010 war in der Bezirksvertretung Süd davon berichtet worden, dass dem Bauordnungsamt ein Antrag auf Umnutzung des Gebäudes an der Mittelstraße von einem bestehenden Gebetsraum in eine Moschee vorliegt. Die Bauvor-anfrage stellte der Islamische Verein, der dort seit Jahren Gebetsräume hat. Für die neue Moschee soll ein Teil von ehemaligen Lagerhallen abgerissen werden. Beschieden ist die Anfrage noch nicht.

"Einladung zum Paradies"

Setzte man an der Mittelstraße bisher auf Offenheit und beteiligte sich an Tagen der offenen Moscheen, lässt nun allerdings eine Tatsache aufhorchen: Im Internet ist eine Seite aufgetaucht, die mit "Einladung zum Paradies" überschrieben ist. Auf ihr wird eingeladen, zu Gebeten und zum Koran-Studium in der Masjid-Arrahman-Moschee an der Mittelstraße in Rheydt hinter dem Bahnhof zu kommen.

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Links führen zu Videos des umstrittenen islamistischen Predigers Pierre Vogel und zu anderen Salafisten-Seiten, auch Verbindung zu Gladbachs oberstem Salafisten Sven Lau sind vorhanden.

Der Staatsschutz weiß, dass Anhänger dieser Strömung dort beten. "Wir haben davon Kenntnis", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen. Da die Anhänger von EZP wegen der geschlossenen Moschee an der Eickener Straße heimatlos geworden seien, suchten sie nun woanders Unterschlupf. "Offenbar werden sie dort geduldet", so Lützen. Die Betreiber der Internetseite reagierten gestern nicht auf eine Anfrage der RP, ob es sich bei Masjid Arrahman um eine unabhängige Organisation handelt, welche Ziele verfolgt werden und ob es Verbindungen zu (oder möglicherweise auch eine distanzierte Haltung gegenüber) EZP und früheren Mitgliedern gibt.

Geplant sind in Rheydt auch zwei weitere Moschee-Projekte. Wie Stadtsprecher Wolfgang Speen gestern auf Anfrage bestätigte, soll an der Nordstraße eine Islamschule entstehen. Gebetsräume gibt es dort schon lange. Im hinteren Bereich stand bis jetzt eine Lagerhalle. Sie soll für die neue Schule weichen. Antragsteller ist der Verein Islamisches Zentrum.

Bereits genehmigt sind die Gebetsräume für das islamisch-afghanische Kultur- und Informationszentrum Am Gerstacker. Hier wurde ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt. Die Stadt bewilligte ihn. Die Muslime dürfen nun in dem ehemaligen Autohaus beten, das gerade hergerichtet wurde. Beide Gemeinschaften gelten, wie auch Masjid Arrahman, bislang als völlig unauffällig.

(RP/rl/AC/ila)
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