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Mönchengladbach: Drecks-WC – Bürgern stinkt's

Mönchengladbach : Drecks-WC – Bürgern stinkt's

Die Toilettenanlage an der Bahnhofstraße direkt am Marienplatz ist ein Schandfleck. Weil der Gehweg sich durch Wurzeln gehoben hat, sperrte die Stadt das Häuschen mit Baken ab – vor fast einem Jahr. Anwohner sind stocksauer.

Den Rheydtern reicht es. In unmittelbarer Nähe zum Marienplatz, direkt vorne an der Bahnhofstraße, müssen sie einen ekligen Schandfleck ertragen: eine Toilettenanlage, verdreckt, mit Graffiti beschmiert und schon lange nicht mehr zu benutzen. Und seit fast einem Jahr ist sie verbarrikadiert.

Die Stadt hat rot-weiße Baken rund um das fiese Örtchen gestellt. "Die Straßenbäume haben die Gehwegplatten hochgedrückt, wir mussten den Bereich deshalb sichern", sagt Stadtsprecher Walter Schröders. Das Plattendebakel habe auch schon vor geraumer Zeit dazu geführt, dass die Tür der WC-Anlage nicht mehr zu öffnen sei.

Diverse Hinterlassenschaften

"Dieser Anblick ist eine Schande für die Stadt", sagt Lothar Nusselein. Ihm gehört ein Haus an der Bahnhofstraße – in unmittelbarer Nähe zur öffentlichen Toilette. "Wenn unsere Mieter morgens aus dem Haus treten, müssen sie achtgeben, dass sie nicht in diverse Hinterlassenschaften treten.

"Die Menschen erleichtern sich in Ermangelung einer Toilette in den Hauseingängen rund um die Toilettenanlage – und zwar in jeder nur denkbaren Art. "Für die Mieter ist das ein unzumutbarer Zustand, und für die Händler in den Ladenlokalen ernsthaft geschäftsschädigend", sagt Lothar Nusselein.

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Das Toilettenhäuschen wurde von der Firma Ströer Deutsche Städte Medien in Rheydt (und in ähnlicher Form auf mehreren Plätzen in der Stadt) platziert. "Das Unternehmen ist laut Vertrag verpflichtet, dreimal am Tag die Anlage zu säubern", sagt Walter Schröders. Darüber kann Agnes Lohmann nur bitter lachen.

Die Vorsitzende der Mönchengladbacher Kontinenz-Selbsthilfegruppe am Maria Hilf kennt die öffentlichen Toilettenanlagen aus leidiger Erfahrung. "Es gibt viel zu wenige WCs in der Stadt, und die, die es gibt, sind durch die Bank total verwahrlost", sagt sie. "Das ist eine Katastrophe für jeden, der die Toiletten benutzen muss."

"Wir werden in Kürze, wahrscheinlich in den Sommerferien, spätestens aber vor Beginn des Winters das Pflaster auf dem Gehweg an der Bahnhofstraße reparieren", sagt Walter Schröders. Dazu müssen die Platten aufgenommen werden, um darunter nachzusehen, wie hoch und weit die Wurzel sich ins Erdreich getrieben haben. "Die Bäume sollen auf jeden Fall stehen bleiben", sagt der Stadtsprecher.

Deshalb erwägt die Stadt zwei Alternativen: Entweder werden die Baumscheiben vergrößert, dann fallen zwangsläufig Parkflächen weg. Oder statt des Bordsteins werden Randsteine verlegt. "Die sind schmaler, so dass die Stellplätze möglicherweise komplett erhalten bleiben könnten." – "Hauptsache, es geschieht endlich was", sagt Lothar Nusselein.

(RP)