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Aktion: Der RP-Sommer: Drache kriecht durch das Münsterdach

Aktion: Der RP-Sommer : Drache kriecht durch das Münsterdach

Einmal das Mönchengladbacher Münster St. Vitus von der Krypta bis unter das Dach kennenlernen: 20 RP-Leser erlebten mit Propst Albert Damblon eine spannende Reise durch die Geschichte.

Merklich gerührt steht Hubert Feldmann vor der Münsterbasilika. "Hier bin ich mit zur Kommunion gegangen", sagt er. In diesem Moment tritt der langjährige Propst Dr. Albert Damblon aus einer Seitentür des Münsters und begrüßt die 20 RP-Leser, die eine Führung der etwas anderen Art gewonnen haben. "Wir stehen hier an jener Stelle, an der sich der Name unserer Stadt erklärt", sagt Damblon. So habe man früher vom Münster aus den Gladbach sehen können. Im Jahr 974 gründeten Benediktiner das Münster. Dass die Kirche nicht auf dem heutigen Alten Markt steht, hat einen simplen Grund. "Auf dem Gipfel des Berges gab es bereits eine Kirche", sagt Damblon.

Nachdem Damblon die Streitigkeiten zwischen dem Abt und dem Herzogtum Jülich erklärt hat, lenkt er den Blick der Gewinner auf das Dach. "Dort sehen Sie einen Wasserspeier in der Form eines Drachenkopfes. Auf der anderen Seite des Daches kommt der Schwanz aus dem Gemäuer", erklärt der Geistliche. Der Drache krieche also durch das Dach. Dann geht es hinein in das Münster. Im Kreuzgang des alten Klosters berichtet Damblon von der Verbundenheit des Münsters zum heiligen Laurentius und führt die Gruppe in den Brunnenhof. Der heißt deswegen so, weil sich dort bis heute ein Brunnen erhalten hat. Durch einen Rundbogen ist der Innenhof des Rathauses Abtei zu sehen. Weiter geht die Reise in das Innere der Basilika. Vor dem Altar bleibt die Gruppe stehen und einige Gewinner zünden eine Kerze an. "Könnt ihr mir sagen, wer da im Fenster zu sehen ist?", fragt Albert Damblon die siebenjährigen Zwillinge Michel und Tom. "Das ist Sankt Martin", antwortet Michel.

Damblon erklärt, dass die Grabplatten, die früher im Boden lagen, heute die Wände zieren. Sie wurden einst versetzt, um sie zu erhalten. Im Boden gibt es dennoch etwas Besonderes. "Die Steine sind ehemalige Druckplatten der Druckerei Kühlen. Sie liegen falsch herum im Boden, aber einige wurden auch richtig herum verlegt", erklärt Damblon. Wer genau hinsieht, kann deshalb im Boden des Münsters eine Schnapswerbung entdecken. Nachdem die Gruppe die Orgelempore erklommen hat, gibt Organist Tobias Mesterom eine Kostprobe seines Könnens. Der Blick hinunter in das Langhaus der Basilika ist beeindruckend.

"Wer jetzt noch weiter gehen will, muss schwindelfrei sein", warnt Albert Damblon. Der Weg führt nämlich bis in den Dachstuhl über eine Treppe mit schmalen Stufen, die sich um eine Säule winden. Oben bietet nur ein schmaler Holzsteg sicheren Stand. Daneben geht es hinunter. Um ihn vollkommen zu bewältigen, muss die Gruppe hockend ein Loch in der Wand überwinden. Dann geht es zurück. Damblon erklärt noch die Fenster aus dem 13. Jahrhundert und warum die romanische Kirche gotische Züge erhielt. "Damals war Gladbach an der Spitze des architektonischen Fortschritts", sagt Damblon und öffnet für diejenigen, die nach der Führung geblieben sind, die Krypta.

(cli)