Mönchengladbach: Dornieden prägt die Stadt seit 100 Jahren

Mönchengladbach: Dornieden prägt die Stadt seit 100 Jahren

Das 1913 gegründete Bauunternehmen baute nach dem Krieg das Münster wieder auf. Heute realisiert es NRW-weit Wohnbauprojekte.

Marktplatz, Gladbach, Flughafen, Münsterkirche, Hindenburgstraße. Was sich liest wie das Who-is-Who Mönchengladbacher Wahrzeichen, trägt eine gemeinsame Handschrift: die der Bauunternehmung Dornieden Generalbau. Denn das 1913, vor genau 100 Jahren, von Bauingenieur Carl Dornieden als Tiefbaufirma gegründete Unternehmen wirkte an all diesen Großprojekten mit. Es gestaltete nach dem Ersten Weltkrieg den Gladbacher Marktplatz neu. Es verrohrte den Gladbach. Es verlängerte die Startbahn an der Niersbrücke. Es war am Wiederaufbau des Münsters ebenso beteiligt wie am Umbau der Hindenburgstraße zur Fußgängerzone. "Wir sind ein am Standort verwurzeltes Familienunternehmen", sagen die Brüder Michael und Martin Dornieden, die die Firma mit Peter Veiks in dritter Generation führen, folglich.

Der Wiederaufbau der Münsterkirche war einer der ersten Aufträge für Dornieden nach dem Krieg. Unten: Wohnbauprojekt Park Linné in Köln. Foto: Dornieden

Auch wenn sich das Zentrum der Aktivitäten von Dornieden Generalbau längst über die Vitusstadt hinaus verlagert hat. "Sonst hätten wir nicht weiter wachsen können", sagt Martin Dornieden. Seit 2012 gibt es eine zweite Niederlassung in Köln, wo auch das derzeit größte Projekt der Dornieden-Gruppe realisiert wird: der Park Linné im Stadtteil Braunsfeld mit rund 450 Wohnungen und Stadthäusern. Aktuelle Projekte in Mönchengladbach gibt es in Odenkirchen sowie an der Adolf-Brochhaus-Straße. Letzteres wird von der Vista Reihenhaus GmbH verantwortet, die Dornieden 2008 gründete: für den Geschäftsbereich standardisierte Serienproduktion von Reihenhäusern.

Wohnungsbauprojekt Schmölderpark (1974), von Dornieden realisiert. Mitte: Firmengründer Carl Dornieden, rechts: die drei aktuellen Geschäftsführer Michael Dornieden, Peter Veiks und Martin Dornieden (v.l.n.r.). Foto: Dornieden (3), Stadtarchiv (2)

Denn die Anfänge im Tiefbau hat Dornieden längst hinter sich gelassen. Bereits 1949 verlagerte sich der Schwerpunkt auf Hochbau, 1962 wurde ein eigenes Betonwerk gegründet. Mit der Gründung der Dornieden Wohn- und Gewerbebau 1967 kam der Tätigkeitsschwerpunkt Schlüsselfertigbau hinzu. Denn bereits in den 60er Jahren hatte man die Vorteile einer industriellen Vorfertigung sowie einer modularen Bauweise erkannt. Speziell für Schulen (sichtbar etwa am Schulzentrum Hardt) entwickelte Dornieden ein spezielles Modulsystem. 1960 folgte eines der ersten Hochhäuser, den 56 Meter hohen Ruhr Tower in Duisburg. Im Stadtteil Hardt entstanden zudem erste Eigentumswohnungen.

Wohnungsbauprojekt Schmölderpark (1974), von Dornieden realisiert. Mitte: Firmengründer Carl Dornieden, rechts: die drei aktuellen Geschäftsführer Michael Dornieden, Peter Veiks und Martin Dornieden (v.l.n.r.). Foto: Dornieden (3), Stadtarchiv (2)
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Die Baukrise Mitte der 70er Jahre ging allerdings auch an dem Familienunternehmen nicht spurlos vorüber. 1977 startete Norbert Dornieden, Sohn des Firmengründers Carl, noch einmal neu: als Bauträgerunternehmen, im kleineren Stil. Und das Modell sollte sich als erfolgreich erweisen. Heute gehört die Dornieden-Gruppe mit einer Jahresproduktion von rund 400 Wohneinheiten zu den großen mittelständischen Bauträgern im Wohnungsbau. Markenzeichen sind heute eine zielgruppengerechte Planung und die Realisierbarkeit individueller Wohnwünsche. Der Grundstücksvorrat (inklusive Vista) liegt bei rund 1000 Wohneinheiten. Der Umsatz soll in diesem Jahr rund 90 Millionen Euro betragen, für 2014 rechnet man mit einem Sprung auf 120 Millionen Euro.

Wohnungsbauprojekt Schmölderpark (1974), von Dornieden realisiert. Mitte: Firmengründer Carl Dornieden, rechts: die drei aktuellen Geschäftsführer Michael Dornieden, Peter Veiks und Martin Dornieden (v.l.n.r.). Foto: Dornieden (3), Stadtarchiv (2)

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens – Carl Dornieden tauschte seinerzeit mit 42 Jahren seinen sicheren Job als Bauingenieur beim Stadtbauamt gegen die Selbstständigkeit – lud die Unternehmensgruppe jetzt zahlreiche Kunden und Wegbegleiter ins Wickrather Kunstwerk (siehe unten).

(RP)
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