Diskussion in Rheydt: Wie kann Integration in Mönchengladbach gelingen?

Diskussion in Rheydt : Wie kann Integration in Mönchengladbach gelingen?

Der Verband der Migrantenorganisationen hat zum 1. Diskussionsforum ins Chapeau Kultur in Rheydt geladen und viele sind gekommen.

Markus Offermann, Rheydter Quartiersmanager, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen in die Pötte kommen, wir haben vieles verpennt.“ Er findet diese deutlichen Worte zum Thema Integration beim ersten Diskussionsforum im Chapeau Kultur in Rheydt, zu dem der VKI-MG, der Verband für Kulturen und Integration in Mönchengladbach, eingeladen hatte.

Dass das Thema  Integration sich nicht von allein erledigt, erläutert Ursula Boos-Nünning anhand von Zahlen. Rund 33 Prozent der Einwohner von Mönchengladbach haben einen Migrationshintergrund. Unter den Drei- bis Sechsjährigen sind es 55 Prozent. Grund genug für Boos-Nünning, die gemeinsam mit Saloua Hayati die Veranstaltung moderiert, ein Konzept zu fordern, an dem die Migrantenselbstorganisationen beteiligt sind. Hayati, Mönchengladbacherin mit marrokanischen Wurzeln, findet: „Die Migrantenorganisationen verdienen mehr Aufmerksamkeit und mehr finanzielle Unterstützung.“ Ja, sagt Felix Heinrichs, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, es gebe große offene Baustellen in der Stadt. Aber er fordert auch die Migrantenorganisationen auf, sich zu professionalisieren. „Man wird gehört, wenn man eine starke Stimme hat.“  Er nehme die Szene der Migrantenselbstorganisationen als sehr diffus wahr. Ulas Sazi Zabci von der Linken, eines von zwei Ratsmitgliedern mit Migrationshintergrund, forderte, Migranten in der Politik nicht gleich in Richtung Integrationspolitik abzuschieben.

„Wir würden uns gerne professionalisieren“, nimmt Sedik Salimi vom Verein Start up in Germany Heinrichs  Wunsch auf. „Wir wollen nachhaltig bei der Integration helfen, brauchen aber Hilfe zur Selbsthilfe.“  Er ist überzeugt, dass die Herausforderung Integration zu meistern sei und Deutschland davon profitieren werde. Ein Teilnehmer wünscht sich Gleichbehandlung auf Augenhöhe. „Wir haben gute Ideen, die wir einbringen wollen.“ Und Yilmaz Karaca, der Vorsitzende des Integrationsrates, fordert, die Empfehlungen des Integrationsrats anzunehmen und ein größeres Budget für die Aktivitäten bereitzustellen.

Auch wenn das vielschichtige Thema an diesem Abend nicht ausdiskutiert werden konnte, ist die Veranstaltung selbst ein Erfolg, denn es ist ausnahmsweise keine Diskussion über Zuwanderer, sondern mit ihnen. Der Dialog ist eröffnet.