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Mönchengladbach: Disco-Schlägerei: Hohe Haftstrafen für die Täter

Mönchengladbach : Disco-Schlägerei: Hohe Haftstrafen für die Täter

Mit einem konsequenten Urteil endete am Freitag der Prozess des Mönchengladbacher Jugendschöffengerichts. Unter anderem wegen gefährlicher und gemeinschaftlicher Körperverletzung wurden ein 19 Jahre alter Mönchengladbacher und ein Erkelenzer (20) zu jeweils zweieinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Zuvor hatte die Staatsanwältin für die beiden brutalen Schläger zwei Jahre Jugendstrafe mit Bewährung gefordert. Dem hatte sich die Jugendrichterin nicht angeschlossen. Am Ende gab es keine Bewährungsstrafe mehr. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme ließen die zahlreichen Zeugenaussagen das hässliche Bild von zwei jungen Männern erkennen, die in der Nacht zum 13. Juni 2011 ohne den geringsten Anlass auf einen 22-jährigen Mann eingeschlagen hatten, der in Erkelenz auf dem Nachhauseweg war.

Vier Stunden lang, zwischen 23 und 3 Uhr morgens hatten die Angeklagten Alkohol in Mengen, vor allem Whisky, konsumiert. Mit dem Satz: "Wir waren betrunken", meinten sie, sich entschuldigen zu können. Im Bereich einer bekannten Erkelenzer Diskothek waren sie auf das spätere Opfer getroffen und hatten es angepöbelt. Als der 22-Jährige bereits bewusstlos am Boden lag, traten die Angeklagten auf ihn ein. Einer zielte dabei auf den Kopf und der andere auf den Körper des Opfers. Die Folgen waren schrecklich, wie offenbar auf den Fotos am Richtertisch zu erkennen war. "Es gab nicht den geringsten Anlass, sich so menschenverachtend zu verhalten", erklärte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

"Die wollten damals Stress", erinnerte sich eine Zeugin. Das Opfer musste sich ein Jahr lang in ärztliche Behandlung begeben. Es erlitt eine Schädelfraktur mit psychischen Folgen. Der Angeklagte, der mit den Kopftritten aufgefallen war, muss nicht nur in Jugendhaft. Er muss außerdem 8000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Mitangeklagte hatte sich außerdem in der Juninacht noch mit einem anderen jungen Mann geprügelt. Zu der Schlägerei habe er sich mit dem anderen vor der Erkelenzer Diskothek verabredet. Ohne jedes Mitleid hatte er sein Opfer mit Schlägen auf der nächtlichen Straße vor sich hergetrieben. Außerdem hatte er in der Tatnacht Polizeibeamte als "Nazischweine" beleidigt.

Ein Antigewalttraining hatte bei dem arbeitslosen Mann offensichtlich nichts bewirkt. In der Vergangenheit war er dreimal wegen Körperverletzung aufgefallen. Die Verfahren wurden folgenlos eingestellt. Diesmal endete der Fall mit zweieinhalb Jahren Jugendhaft. Der 19-Jährige versprach gestern: "Ich werde mich ändern". Der Mitangeklagte war sprachlos.

(RP)