Mönchengladbach: Die Stadt der großen Marken

Mönchengladbach : Die Stadt der großen Marken

Textil, Maschinenbau und Logistik? Gladbach kann viel mehr. Renommierte Hersteller von Computerspielen, Feuerzeugen und Monitoren sitzen in der Stadt, auch Coca Cola, Oettinger und Esprit sind vertreten. Selbst Onkel Dittmeyer ist streng genommen ein "Gladbacher Jong".

Der amerikanische "Arizona"-Eistee in den quietschbunten Flaschen? Klingt nach Wüste und Kakteen, wird aber produziert in Herrath und von der Speicker Straße aus vertrieben, denn dahinter steckt das Mönchengladbacher Getränkeunternehmen Refresco. Die TV-Karte, die dafür sorgt, dass man auch auf dem PC fernsehen kann? Ist mit einiger Wahrscheinlichkeit von Hauppauge, das seine europäische Hauptniederlassung am Ohlerkamp hat. Und auch die deutschen Raucher kommen regelmäßig mit der Vitusstadt in Berührung, und das im Wortsinne. Denn nicht nur ein Viertel aller Zigarettenautomaten im Bundesgebiet (Firma Tobaccoland in Neuwerk), sondern auch jährlich 200 Millionen Einwegfeuerzeuge werden von Mönchengladbach (Firma Tokai in Güdderath) aus betrieben bzw. hier produziert. Denn Mönchengladbach ist weit mehr als Textil, Maschinenbau, Logistik und Borussia — es ist die Stadt der großen Marken.

Firmensitz/Zentrale

Gladbach ist noch immer eine Modestadt: Mit Alberto, Aunde, Cinque, Gardeur und van Laack haben fünf renommierte Textilhersteller ihren Sitz in der Vitusstadt. Die Maschinenbauer A. Monforts, Schorch, SMS Meer und Trützschler genießen in ihren jeweiligen Segmenten Weltrang, dazu gesellen sich der prosperierende Automatenhersteller Scheidt & Bachmann, der Schmierstoffproduzent Rhenus Lub und besagte Firma Tobaccoland. Astragon mit Sitz an der Limitenstraße ist ein in der Branche sehr anerkannter Hersteller von Computerspielen und Simulationen. Die Warenhauskette Real hat ihre Zentrale in Mönchengladbach, ebenfalls der Schutztor-Produzent Effertz und das Abfallentsorgungsunternehmen Drekopf. Der Fleischproduzent Schulte+Sohn hat sich mit innovativen Angeboten und Produkten einen Namen gemacht, dasselbe gilt für den Fach- und Onlinehändler für Bad- und Wohnkultur Reuter. Unmittelbar neben Borussia hat der Deutsche Hockeybund (DHB) seine Zentrale. Und selbst Onkel Dittmeyer ist streng genommen ein "Gladbacher Jong": Der Fruchtsaftproduzent Valensina hat seinen Hauptsitz in Giesenkirchen.

Europa-/Deutschlandzentrale

Tokai Europe, eine Tochter der Tokioter Tokai Corporation, versorgt von Gladbach aus den gesamten europäischen Markt. Der niederländische Logistikanbieter Vanderlande Industries, spezialisiert auf Lager-Automatisierung und Gepäckförderung, dirigiert von Gladbach aus seine insgesamt drei deutschen Standorte. Der japanische Monitorhersteller Eizo unterhält seit kurzem seine Europazentrale am Nordpark. Die Niederlassung des US-Instrumentenherstellers Leco in Güdderath ist die größte in Europa, und das in direkter Nachbarschaft zur Deutschlandzentrale des niederländischen Logistikers Raben. Die Santander Consumer Bank, eine hundertprozentige Tochter der spanischen Banco Santander, sitzt in Gladbach, wie auch die deutschen Ableger des US-Medizingeräteherstellers Cook und der bereits erwähnten Firmen Hauppauge (USA) und Refresco (Niederlande).

Niederlassung/Werkgroßlager

Die französischen Konzerne Alstom (Transformatoren) und Nexans (Kabel) sind vertreten, Coca Cola füllt in Güdderath Getränke ab, wo auch die Deutsche Post ein Briefzentrum unterhält. Die Modekonzerne Esprit und Primark beliefern, ebenfalls von Güdderath aus, halb Europa. Die Brauerei Oettinger wiederum füllt in Neuwerk ab, der Fotodienstleister Cewe Color (Hauptsitz in Oldenburg) ist in Giesenkirchen vertreten. In Rheindahlen ist die Bundeswehr mit der Zentralen Militärkraftfahrtstelle vertreten, in etwa das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt des Militärs. Kein Gladbacher Unternehmen im eigentlichen Sinne ist dieser Tage das Möbel- und Einrichtungshaus Schaffrath: Sitz ist Düsseldorf.

(RP)
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