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Mönchengladbach: Die RP sucht den Schilderwald in der Stadt

Mönchengladbach : Die RP sucht den Schilderwald in der Stadt

Jeden Tag schaut Katharina Glanz auf dem Weg zur Arbeit verwundert auf die rechte Straßenseite der Graf-Haeseler-Straße in Bettrath. Und ärgert sich. "Der Schilderwald auf der rechten Seite ist völlig überflüssig. Die Straße ist gepflastert mit Parkverboten. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln", sagt sie und fragt sich: "Wie kann es sein, dass die hoch verschuldete Stadt so viel Geld für unnötige Schilder hat?"

Was sie erzürnt, ist allerdings nach Aussage der Stadt völlig in Ordnung. Diese beruft sich auf die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung.

Tatsächlich befinden sich auf der rechten Seite der Graf-Haeseler-Straße acht eingeschränkte Halteverbotsschilder auf 210 Metern. Vor jeder Garageneinfahrt dieses Abschnitts ließ die Stadt einen Parkverbotshinweis aufstellen, der Anfang und Ende markiert. Der geringste Abstand zwischen zwei Schildern beträgt 13 Meter.

Robert Heinrich (45) vom Ordnungsamt besänftigt: "Uns ist bewusst, dass sich sehr viele Verkehrszeichen auf dieser Straße befinden. Jedoch kann man diese Situation leider nicht anders lösen. Aufgrund des versetzten Parkens auf der Straße und der erhöhten Geschwindigkeit müssen genügend Verkehrszeichen aufgestellt werden."

Nicht nur Katharina Glanz ärgert sich über die Vielzahl an Straßenschildern auf der Straße. Auch andere Anwohner sind der Meinung, dass die Parkplätze klar sichtbar auf dem Boden markiert seien und die Absenkung des Bürgersteigs den Autofahrern bereits deutlich mache, dass vor der Garageneinfahrt nicht geparkt werden dürfe.

Im vergangenen Jahr wurden rund 70 000 Euro in Verkehrszeichen investiert, teilte Stadtsprecher Walter Schröders auf Anfrage mit. Ob ein Schild auf- oder abgebaut wird, hängt von den Hinweisen der Bevölkerung und den städtischen Straßenbegehern ab, die sich von der Situation vor Ort überzeugen. Und das mehrmals im Jahr.

Wenn Straßenschilder sich dann als überflüssig erweisen, reagiere die Stadt auch: Im vergangenen Jahr habe sie zwischen 300 bis 400 Verkehrszeichen abgehängt, sagt Schröders. Bei Kosten von durchschnittlich 120 bis 150 Euro für Fertigung und Montage eines Straßenschildes handelt die Stadt dabei auch im eigenen finanziellen Interesse.

Mitunter schießt sie aber über das Ziel hinaus: Vor einigen Wochen hat sie an der Hohenzollernstraße 16 Anwohner-Parkschilder für 37 Parknischen aufgestellt. Nach Protesten von Politikern und einem RP-Artikel wurde ein Großteil der Schilder wieder entfernt.

Schilderwald Wo gibt es nach Ihrer Meinung zu viele Straßenschilder in Mönchengladbach? Teilen Sie uns das bitte mit per E-Mail an redaktion.moenchengladbach@rheinische-post.de; Stichwort: Straßenschilder.

(rst)