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Mönchengladbach: Die Paul-Moor-Schule war auf Zeitreise

Mönchengladbach : Die Paul-Moor-Schule war auf Zeitreise

130 Schüler im Alter zwischen sechs und 22 Jahren erlebten das Mittelalter in einer Projektwoche.

Auf den Rundzelten flattern die Wimpel, und vom großen Platz her ist das Klirren von Schwertern zu hören. Dort liefern sich Trainer Pascal und sein Schüler Gerrit einen Schaukampf. Zahlreiche Zuschauer verfolgen das Schauspiel der beiden Mitglieder der Mittelaltergruppe Principis-Turba-Saeva vom SOS Mehrgenerationenhaus Düsseldorf mit Spannung.

Aber das ist längst nicht alles, was die Besucher der Paul-Moor-Schule des Caritasverbandes an diesem Tag auf dem Außengelände der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung erleben. Seit Jahren gehört eine Projektwoche, gesponsert vom Förderverein, zum Schulprogramm. "In diesem Jahr haben wir uns für das Mittelalter entschieden", informiert Schulleiter Klaus Kohn. Als Kooperationspartner konnte die Mittelaltergruppe Principis-Turba-Saeva vom SOS Mehrgenerationenhaus Düsseldorf gewonnen werden - sie begleitete die geistig und körperlich behinderten Schüler auf ihrer Reise ins Mittelalter.

Bei der Abschlusspräsentation der Projektwoche erwarteten die Besucher aber nicht nur Schwertkampf, Bader und Gaukler. Auch ein mittelalterlicher Markt fand auf dem Außengelände der Schule statt. Dort stellten die Schüler vor, was sie innerhalb der Woche angefertigt hatten. "Wir hatten verschiedene Angebote, unsere Schüler konnten alles ausprobieren", berichtet Lehrerin Silke Schreckenberg. So entstanden bunt bedruckte Almosenbeutel, Fruchtsenf, Festwimpel, Lederbeutel, eine Burg aus Pappe, Siegel, Schmuck aus Leder und Speckstein, Badekugeln, Helme, Kampfäxte und Wappen. Die Schüler webten auf Holzrahmen, schmiedeten, punzierten Leder, legten die Senfmeisterprüfung ab, bauten eine Ablasskiste, erstellten Ritterorden, bastelten Gebetsschnüre und fertigten mittelalterliche Schuhe aus Papier an. Ein Hingucker waren die aus Schaumwaffeln gebauten Burgen mit einem Wassergraben aus Keksen und Rittern in Form von Gummibärchen. "Es war eine tolle Zeit mit den Schülern, die uns allen viel gegeben hat. Die Kinder und Jugendlichen waren sehr interessiert am mittelalterlichen Leben, das wir ihnen Stück für Stück näher gebracht haben", sagt Barbara Solle, Mitglied der Mittelaltergruppe. Unabhängig von der Projektwoche lernten die Besucher ein weiteres Angebot kennen. Seit Beginn des Schuljahres läuft ein vom Land finanziertes Schulprojekt namens "Kultur und Schule", bei dem 19 Schüler unter dem Tänzer und Choreographen Andreas Simon einen zeitgenössischen Tanz einstudieren. "Der Abschluss unserer Projektwoche ist eine gute Gelegenheit, unseren Gästen auch das Tanzergebnis zu präsentieren", erklärt Schreckenberg. Alles in allem war es so ein bunter Nachmittag, bei dem die Schüler viel Lob für ihre Arbeiten zu hören bekamen.

(gap)