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Mönchengladbach: Die OB-Kandidaten mal ganz persönlich

Mönchengladbach : Die OB-Kandidaten mal ganz persönlich

Norbert Bude und Hans Wilhelm Reiners zeigen beim Kitchen-Talk in der Kulturküche ihre private Seite – und einige Ähnlichkeiten. Bügeln können sie beide nicht. Bude outet sich als Fan irischer Musik. Und Reiners hasst Wirsing.

Norbert Bude und Hans Wilhelm Reiners zeigen beim Kitchen-Talk in der Kulturküche ihre private Seite — und einige Ähnlichkeiten. Bügeln können sie beide nicht. Bude outet sich als Fan irischer Musik. Und Reiners hasst Wirsing.

Dass Torsten Knippertz Stadionsprecher im Borussiapark ist und weiß, wie man das Publikum in Stimmung bringt, zeigt sich gleich zu Anfang des Kitchen-Talks in der Kulturküche. Die beiden OB-Kandidaten, Amtsinhaber Norbert Bude und CDU-Herausforderer Hans Wilhelm Reiners, kommen nicht einfach nur auf die Bühne. Sie werden vom Publikum wie Fußballstars begrüßt: Norbert — "Bude" brüllen die Zuschauer. Und Hans Wilhelm — "Reiners" tönt es ohrenbetäubend.

Diese Stimmung trägt in der voll besetzten Kulturküche durch den ganzen Abend. Daran hat Talkmaster Torsten Knippertz einen großen Anteil. Humorvoll und locker moderiert er und entlockt seinen Gästen Anekdoten und Erinnerungen. Stets streng unpolitisch.

Politikersprech ist verboten

Verboten sind Wörter wie kommunal, Bürger, Wähler, Aufgabe oder Umfrage. Das funktioniert bis auf einen Ausrutscher hervorragend. So gut, dass der Moderator bemerkt, so disziplinierte Gäste, die sich auch noch gegenseitig ausreden ließen, habe er noch nie gehabt.

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Das Publikum erfährt viel über die zwei Kommunalpolitiker, die beide Oberbürgermeister werden wollen. Zum Beispiel, dass das schönste Konzert, bei dem Norbert Bude je war, ein Auftritt seiner Flöte spielenden Tochter in der Schule war. Oder dass Hans Wilhelm Reiners einer Männer-Kochrunde angehört, aber Wirsing hasst. "Ein Kindheitstrauma", wie er sagt.

Norbert Bude outet sich als Fan irischer Musik, kann aber den Hit "Atemlos" nicht Helene Fischer zuordnen. Reiners kann dagegen ordnungsgemäß erklären, was "Gladbacher Knööp" sind und erzählt von seiner Kindheit in Eicken, wo man den Torjubel bei Borussiaspielen noch überall hören konnte. "In der Halbzeit konnte man dann umsonst rein, dann wurden die Tore aufgemacht", erinnert er sich an seine ersten Fußballerlebnisse.

Auch der bekennende Borussiafan Bude wurde schon als Sechsjähriger von seinem Vater auf den Bökelberg mitgenommen. "Ich habe am gleichen Tag Geburtstag wie Günter Netzer, das hat mir in Irland schon einige Guinness eingebracht", erzählt er.

Postbeamter gegen Erdkundelehrer

Das Publikum erfährt außerdem, dass Norbert Bude Verwaltungswirt ist und seine Laufbahn bei der Post begonnen hat, während Hans Wilhelm Reiners unter anderem in Aachen Geografie auf Lehramt studierte, dann aber lieber als Journalist gearbeitet hat, unter anderem bei der Rheinischen Post. Die beiden Männer, die Oberbürgermeister bleiben beziehungsweise werden möchten, zeigen aber auch viele Gemeinsamkeiten. So müssen sie beide zugeben, dass sie keine Hemden bügeln können.

Beide stört, dass in Mönchengladbach viel und oft zu Unrecht gemeckert wird. Auch darüber, dass in der Politik Diskussionen oft unnötig in die Länge gezogen werden, herrscht Übereinstimmung. "Ich würde mir oft wünschen, ein Ziel zügiger zu erreichen", sagt Reiners. Norbert Bude wünscht sich, dass nach der nächsten Wahl kein NPD-Vertreter mehr im Rat sitzt.

Beim Assoziationsspiel sind sie sich so oft einig, dass die Antworten im Chor kommen: "Helmut" ergänzen beide mit "Kohl", "Siegmund" mit "Freud", "Beate" mit "Uhse" Und weil sie beide die Kulturküche so gut finden, verabreden sie, nach der Wahl zusammen zwei Tage ehrenamtlich dort zu arbeiten.

Hier das Video zum Kitchentalk in voller Länge:

(arie)