Fahndung der Polizei eingestellt Tatverdächtiger stellte sich der Polizei

Update | Mönchengladbach/Lüdenscheid · Mit ergaunerten Daten fertigten die Täter digitale Bankkarten an und bezahlten damit an Tankstellen und bei Discountern. Ein Tatverdächtiger hat sich nur Stunden nach der Veröffentlichung der landesweiten Fahndung der Polizei gestellt.

 Weitere Angaben zu dem Fall konnte die Polizei in Lüdenscheid am Mittwoch, 29. Mai, noch nicht machen.

Weitere Angaben zu dem Fall konnte die Polizei in Lüdenscheid am Mittwoch, 29. Mai, noch nicht machen.

Foto: dpa/Fabian Strauch

Die Polizei in Lüdenscheid hatte auch die Mönchengladbacher um Mithilfe bei der Fahndung nach Betrügern gebeten, die auch in Mönchengladbach mit nachgemachten digitalen Bankkarten einkauften. Jetzt wurde die Öffentlichkeitsfahndung mit Bilder aus einer Überwachungskamera wieder zurückgenommen, weil sich ein Tatverdächtiger der Polizei gestellt hat.

Per SMS war ein Ehepaar aus Lüdenscheid in eine sogenannte Phishing-Falle gelockt worden. Es hatte eine Kurznachricht bekommen, die ihnen als Absender die Sparkasse vorgaukelte. Angeblich würde ihr Zugriff auf die Push-Tan auslaufen und müsse reaktiviert werden. Der angehängte Link führte allerdings nicht auf Original-Seite der Bank, sondern auf eine nachgebaute Seite. Dort gab das Ehepaar alle möglichen Daten ein. Den Betrug bemerkten die Lüdenscheider erst, als mit ihren Daten mehrfach Wertguthaben-Karten von ganz erheblichem Wert gekauft wurden. Die Täter fertigten mit den Kontodaten digitale Bankkarten und kauften an Tankstellen und in Discountern in Mönchengladbach, Jüchen, Erkrath, Kaarst und Neuss ein. Von drei dieser Einkäufe gab es Fotos.

Nachdem zunäcgst alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft waren, die Tatverdächtigen zu identifizieren, hatte das Amtsgericht Hagen eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet. Doch die konnte am Mittwoch, 29. Mai, zurückgenommen werden.

Die Polizei warnt noch einmal davor, sich über zugesandte Links auf Webseiten von Banken oder anderen Online-Diensten anzumelden: „Die Täter verschicken eine Flut von Mails oder Messenger-Nachrichten mitsamt Link auf gefälschte Seiten. Irgendjemand glaubt der Geschichte, loggt sich ein und liefert den Betrügern damit seine Daten frei Haus. Diese Methode ist als ,Phishing‘ oder bei SMS als ,Smishing‘ bekannt. Wer auf die Betrüger hereingefallen ist, der sollte schnellstens reagieren, seine Bank informieren sowie Anzeige bei der Polizei erstatten.“

(gap)
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