Mönchengladbach: Die miesen Tricks bei den Kaffeefahrten

Mönchengladbach : Die miesen Tricks bei den Kaffeefahrten

Polizei und Verbraucherzentrale warnen Senioren davor, bei den Fahrten etwas zu unterschrieben.

Züge von organisierter Kriminalität haben Kaffeefahrten nach Überzeugung der Polizei. Und das in großem Stile. 20 000 Menschen sind jeden Tag auf 400 solcher Veranstaltungen unterwegs. Damit sie dabei nicht Opfer von Kriminalität werden, informierten Franz J. Thiel, Seniorensicherheitsberater der Polizei Mönchengladbach, und die Leiterin der Verbraucherzentrale, Hanna Masuhr, im Senioren-Treff "Wendezeit" 20 Senioren über die Machenschaften der Veranstalter.

Heute seien die Einladungen nicht mehr knallbunt, sondern schwarz-weiß, um einen amtlichen, seriösen Eindruck zu vermitteln. Außerdem werde der Empfänger persönlich mit Namen angesprochen. Eine Nachfrage in die Runde zeigt, dass über die Hälfte der Anwesenden schon an solchen Fahrten teilgenommen hat. "Ja, ich habe auch was gekauft", erzählte ein Zuhörer. Thiel umriss den typischen Ablauf einer Verkaufsfahrt. Neben Frühstück und Mittagessen und einem einstündigen Ausflugsprogramm werden fünf Stunden für die Verkaufsveranstaltung aufgewendet. Mit eloquenten Reden und gewieften Tricks würden die Teilnehmer genötigt, überteuerte Artikel von minderer Qualität zu kaufen. Manchmal unter Androhung, nicht zurücktransportiert zu werden. Eine Zuhörerin erzählt: "Mich hat man daran gehindert, zur Toilette zu gehen." Thiel rät in solchen Fällen, die Polizei zu verständigen.

Eindringlich warnen beide Referenten vor einer Unterschrift: "Nehmen Sie nie einen Stift in die Hand", rät Masuhr. Sollte das passiert sein, müsse sofort gehandelt werden, die Verbraucherzentrale helfe bei Widerspruchsverfahren. Thiel macht allerdings wenig Hoffnung darauf, dass diesen Banden dauerhaft das Handwerk gelegt werden könne. "Es ist schwierig an die Leute heranzukommen, weil die Organisationen weit verzweigt sind."

(apo)
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