Mönchengladbach: Die Kinderklinik Neuwerk wird 50

Mönchengladbach: Die Kinderklinik Neuwerk wird 50

Der Geburtstag wird mit mehreren Aktionen gefeiert. Es gibt ein Kinderfest, ein Symposium und ein Kunstprojekt.

Ein Geburtstag ist immer ein Grund zum Feiern. Auch der Geburtstag einer Klinik, vor allem, wenn es eine für Kinder ist. Vor fünfzig Jahren wurde die Kinderklinik des Krankenhauses Neuwerk gegründet. Sie hat sich seitdem verändert, es wurden andere und neue Schwerpunkte gesetzt, aber eins ist geblieben: "Kinder brauchen Wärme, Zuneigung und einen überschaubaren familiären Rahmen", ist Geschäftsführer Markus Richter überzeugt. "Das bleibt auch in Zukunft unsere Aufgabe."

Dabei gab es eine Zeit, da wurde die Existenz der Kinderklinik hinterfragt. "Anfang der 1990er Jahre gab es Überlegungen, die Kinderklinik zu opfern", sagt Richter. Aber es ist anders gekommen, und das ist gut so, denn die Zahlen sprechen für sich. Rund 1600 kleine und etwas größere Patienten werden jedes Jahr in der Klinik stationär behandelt, noch mal doppelt so viele kommen in die Ambulanz. Hinzu kommen knapp 1200 Geburten in der Geburtsklinik, die natürlich eng mit der Kinderklinik zusammen arbeitet. "Die Zahlen belegen, wie wichtig eine regional gestaltete Kinder- und Jugendmedizin ist", sagt Markus Vogel, seit einem halben Jahr der Chefarzt der Kinderklinik. Die Wege für die Eltern und Kinder sind kurz, und auch die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den niedergelassenen Kinderärzten wird durch die räumliche Nähe gefördert und erleichtert. Die enge ambulant-stationäre Verzahnung ist Vogel ebenfalls ein Anliegen. "Der Übergang zwischen Klinik und Praxis muss gleitend sein", betont er.

Wolfgang Müller war bis 2017 Chefarzt der Kinderklinik. Foto: Krankenhaus Neuwerk

Ein neuer Schwerpunkt, den Vogel in der Kinderklinik setzt, ist die Infektiologie - die infektiologische Ambulanz ist die einzige in Mönchengladbach und in Zeiten von seltenen oder zunehmend resistenten Keimen ein wertvolles Angebot. Neu zum Team der Kinderklinik gestoßen ist in diesem Jahr Oberärztin Eunike Velleuer, die erste Kinderhämatologin der Stadt. Die palliativmedizinische "Insel Tobi" gibt es schon länger, sie soll aber weiter ausgebaut und entwickelt werden. "Ziel ist ein palliativmedizinisches Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche, das an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden geöffnet ist", sagt Markus Vogel. Vorbild sei dabei München.

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Ein in Nordrhein-Westfalen sehr seltenes Angebot machen die Kindermediziner Neugeborenen und ihren Eltern. "Wir nehmen an einem internationalen Forschungsprojekt teil, bei dem, wenn die Eltern das wollen, bei den Neugeborenen ein Risikoscreening durchgeführt wird", erklärt der Chefarzt. So könne das Risiko für Diabetes mellitus Typ 1 festgestellt werden, einer Erkrankung, von der immerhin eins von 300 Kindern betroffen ist.

Prof. Michael Hertl war der erste Chefarzt der damals neuen Kinderklinik, Foto: Krankenhaus Neuwerk

Die Kinderklinik Neuwerk feiert ihren Geburtstag mit mehreren Aktionen: am 9. Juni findet ein großes Kinderfest im Patientengarten statt. Im September folgen ein Symposium und ein Kunstprojekt.

(RP)