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Mönchengladbach: Die Gladbacher Altstadt erwacht

Mönchengladbach : Die Gladbacher Altstadt erwacht

Aus den Fenstern von Haus Caspers wird das alte Mobiliar geworfen und Platz für Neues geschaffen. An der Aachener Straße öffnet ein Club, Haus Zoar bekommt ein Kino, Kleinkunst und Gastronomie. Es werden 50.000 Euro für Erneuerungen bereitgestellt.

Bei der Altstadt-Initiative macht sich Erleichterung breit. "Wir haben in den letzten Jahren im Altstadtlabor viel gearbeitet — jetzt wollen die Leute endlich davon etwas in der Umsetzung sehen", sagt Johannes Jansen, Vorsitzender der Altstadt-Initiative. Laut Reinhold Schiffers wird die Stadt Mönchengladbach 50 000 Euro für Konzepte und Ideen rund um die Altstadt zur Verfügung stellen.

Park- und Grünflächen

Mit einem Maßnahmenpaket soll die Situation für Anwohner und Besucher nun langfristig verbessert werden. Ideen der Initiative gibt es reichlich: "Außer der Gastronomie gibt es bisher keine Gründe, sich tagsüber in der Altstadt zu bewegen. Park- und Grünflächen sollen in Zukunft tagsüber Anziehungspunkte werden." Begonnen wird, in Abstimmung mit dem neuen Pächter des Haus Caspers, der die Traditionsgaststätte gerade renoviert, mit der Bepflanzung der Ecke Waldhausener Straße/Aachener Straße.

Die städtische Entwicklungsgesellschaft EWMG will die Fassaden der Objekte, die sich in ihrem Besitz befinden, sanieren. Auch so soll zu einem besseren Erscheinungsbild der Altstadt beigetragen werden.

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Im Haus Zoar soll ein Kultur- und Freizeitzentrum mit Außengastronomie auf dem Kapuzinerplatz entstehen. Vorgesehen ist ein Zentrum mit Kino, Kleinkunstbühne, Diskothek, Veranstaltungsräumen und Gastronomie. Hans-Jürgen Brandtner, Geschäftsführer des Comet Cine Centers, ist der neue Eigentümer des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums.

Der Startschuss für den neuen Club "Yolo", was sich von "You only live once" (dt. Man lebt nur einmal) ableitet, fällt am 2. Oktober. Zielgruppe des Clubs sind die 25- bis 35-Jährigen. "Wir wollen niemandem Konkurrenz machen, sondern uns in das Netzwerk integrieren", sagt Patrick Broniewski, einer der vier Betreiber, die alle bereits Erfahrung in der Gastronomie haben. Geplant sind einmal im Monat Mottopartys sowie Auftritte junger Bands in der Nebensaison.

Trotzdem alledem herrscht bisher statt Euphorie eher vorsichtige Zurückhaltung. Auf längere Sicht wünsche man sich, "in Menschen, statt in Steine" zu investieren, sagt Jansen. Auch Oliver Leonards, Geschäftsführer des Altstadtclubs Rossi, wartet die Entwicklungen erst mal ab: "Der neue Club ist einer von vielen Versuchen, diese Räume wieder ans Laufen zu kriegen. Trotzdem hoffen wir natürlich, dass er dazu beiträgt, mehr Leute in die Altstadt zu holen."

Bezirksvorsteher Reinhold Schiffers attestiert eine gehörige Portion Aufbruchsstimmung: "Es gibt eine Menge Menschen, die die Stadt zurück ins Leben rufen wollen."

(ansc)