Historisches aus Mönchengladbach: Die Geschichte der Zentralbibliothek

Historisches aus Mönchengladbach : Die Geschichte der Zentralbibliothek

Die heutige Stadtbücherei steht dort, wo sie vor dem Zweiten Weltkrieg schon einmal war. Zwischendurch war sie für rund 30 Jahre an der Bismarckstraße untergebracht, bevor 1964 der Neubau an der Blücherstraße entstand. Die Stadtbibliothek ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema in der Stadt. Ist das Bauwerk ein Denkmal? Soll eine neue Bibliothek gebaut werden? Handelt die Politik im Sinne der Bürger? Alles das sind Fragen, die aktuell viele Mönchengladbacher beschäftigen. Bei diesen Diskussionen geht allerdings unter, dass die Zentralbibliothek heute dort steht, wo sie vor dem Zweiten Weltkrieg schon einmal ihre Heimat hatte und dass sie zwischendurch für rund 30 Jahre an der Bismarckstraße untergebracht war.

Die heutige Stadtbücherei steht dort, wo sie vor dem Zweiten Weltkrieg schon einmal war. Zwischendurch war sie für rund 30 Jahre an der Bismarckstraße untergebracht, bevor 1964 der Neubau an der Blücherstraße entstand.

Die Stadtbibliothek ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema in der Stadt. Ist das Bauwerk ein Denkmal? Soll eine neue Bibliothek gebaut werden? Handelt die Politik im Sinne der Bürger? Alles das sind Fragen, die aktuell viele Mönchengladbacher beschäftigen. Bei diesen Diskussionen geht allerdings unter, dass die Zentralbibliothek heute dort steht, wo sie vor dem Zweiten Weltkrieg schon einmal ihre Heimat hatte und dass sie zwischendurch für rund 30 Jahre an der Bismarckstraße untergebracht war.

Den Ausgangspunkt nimmt diese Geschichte bei Reinhold Brandts, dem Sohn des Textilfabrikanten Carl Brandts. Nach dem Tod der Eltern schenkte er die elterliche Villa an der Kaiserstraße der Stadt. An diese Schenkung war die Bedingung geknüpft, dass das Haus als Bibliothek, Archiv und Museum genutzt werden solle. Die Verwaltung dieser Einrichtung wurde einem Kuratorium übertragen, dem unter anderen der Fabrikant Heinrich Nonnenmühlen und Landgerichtsdirektor Paul Starting angehörten. Im Januar 1927 wurde die Bibliothek in der Brandts-Villa eingerichtet und am 16. Mai desselben Jahres eröffnet.

Der Zusammenschluss von Gladbach, Rheydt, Odenkirchen, Hardt und Schelsen am 1. August 1929 zur neuen Stadt Gladbach-Rheydt hatte keine Auswirkungen auf die damalige Stadtbibliothek. Gravierender war der Einschnitt, der die Bibliothek im Mai 1933 ereilte. Damals wurde die sogenannte schwarze Liste des nationalsozialistischen Bibliothekars Wolfgang Herrmann veröffentlicht. Sie enthielt alle Buchtitel, die im Rahmen der "Aktion wider den undeutschen Geist" aus den Bibliotheken entfernt werden mussten.

In Mönchengladbach fanden in den 1930er Jahren immer wieder Veranstaltungen wie Lesungen statt. Das Museum, das in der Brandts-Villa untergebracht war, wurde 1933 in das Haus Bismarckstraße 97 verlagert. Kurz danach verließen auch die Stadtbibliothek und das Archiv das Haus und fanden eine neue Heimat an der Bismarckstraße 99. Dort entstand das "Haus der Wissenschaft und Volksbildung". Im Erdgeschoss befand sich die Bibliothek, darüber gab es wissenschaftliche Sammlungen, einen Lesesaal und einen separaten Zeitungslesesaal. Im Sommer saßen die Besucher im großen Garten oder auf der Terrasse. Die offizielle Eröffnung war an Heiligabend 1933.

Um die damals neue Bibliothek mit Lesestoff zu versorgen, spendeten viele Bürger ihre Bücher. Einige von ihnen wurden im 1935 extra geschaffenen Magazin untergebracht. Der Umzug an die Bismarckstraße erwies sich als Glück und rettete schließlich zahlreiche Bücher, da die ehemalige Villa der Familie Brandts 1944 von einer Bombe schwer getroffen und dabei fast vollständig zerstört wurde.

Nach Kriegsende wurde die Bibliothek am 15. November 1945 wiedereröffnet. Zuvor wurden Bestandslisten erstellt und einige Bauschäden beseitigt. Der Platz in dem Gebäude war fortan beschränkt, da einige Räume von Ämtern der Verwaltung belegt waren. Im Vergleich zur Vorkriegszeit waren 3000 Bücher verloren gegangen. Dabei handelte es sich zum Großteil um schöngeistige Werke. Die Bücher von nationalsozialistischen Autoren wurden auf Befehl der Militärregierung zunächst in einem separaten Raum gesammelt. Neben den eigenen Büchern kamen auch solche aus Schulen, Ämtern und anderen Einrichtungen hinzu.

Bis 1950 wurden die Bücher zusammengetragen und lagerten bis 1992 im Obergeschoss der heutigen Zentralbibliothek an der Blücherstraße, bevor sie an die Uni Bielefeld gingen. Der Betrieb an der Bismarckstraße begann mit 11 000 Werken. Die Zahl der Besucher stieg stetig an und auch die Ausleihen wurden häufiger. Am 1. November 1946 wurde auch die Kinderbibliothek wiedereröffnet. Der Kulturausschuss der Stadt nahm am 19. Februar 1947 seine Arbeit auf und besichtigte die Räume. Man kam zu dem Schluss, dass der Bücherbestand durch Schäden gefährdet sei.

Während der Sanierungsarbeiten wurde die Heizung abgestellt, so dass 1947 fast alle Mitarbeiter erkrankten. Als neuer Leiter der Stadtbibliothek und des Archivs wurde am 9. Dezember 1947 der Aachener Stadtarchivar und gebürtige Gladbacher Prof. Dr. Albert Huyskens ernannt. Gegen Ende der 40er Jahre wurden einige Räume wieder frei und die Bibliothek hatte wieder mehr Platz. Damit stieg die Zahl der Bücher und die Öffnungszeiten wurden erweitert.

1951 begann man damit, Teile der Bibliothek nach Neuwerk, Hardt und Rheindahlen auszulagern, um kürzere Wege für die Nutzer zu schaffen. In den Folgejahren kaufte die Stadtbibliothek immer wieder Sammlungen und vergrößerte so ihren Bestand. Dies führte zu Platznot. Nach einer Diskussion darüber, ob sich ein Neubau lohnen würde, begannen 1958 die konkreten Planungen für diesen. Man entschied sich für die Ecke Blücherstraße /Kaiserplatz (heute Adenauer-Platz) und führte das Areal wieder der Bestimmung zu, die im Schenkungsvertrag der Familie Brandts von 1926 festgelegt worden war. Die Bauarbeiten begannen am 26. September 1960. Wie schon an der Bismarckstraße wurde ein Garten geschaffen, den die Besucher später rege nutzten. Im nebenstehenden Turm wurde das Magazin untergebracht. Am 9. April 1964 wurde die neue Stadtbibliothek schließlich eröffnet. Der Eingang befindet sich seitdem an der Blücherstraße.

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