Die Geschichte der Omnibusse in Möncehngladbach

Mönchengladbacher Geschichte : Wie der Omnibus nach Gladbach kam

Beim Mönchengladbacher Erzählcafé berichtete Helmut Rehage über die Entwicklung der Buslinien in der Stadt. Dabei kam auch der Pferdeomnibus zur Sprache, der mit einer größeren Kutsche zu vergleichen sei.

Ach ja, an das muntere Klingeln der Straßenbahn konnten sich noch etliche Zuhörer im Otto-Zillessen-Haus erinnern. Doch mit der Erinnerung schien keine sonderliche Wehmut verbunden zu sein. Vermutlich ist den meisten der Anblick der Omnibusse inzwischen zu vertraut. Dabei hatten die Verantwortlichen der früheren Stadt Mönchengladbach in Fragen der Mobilität lange Zeit der Straßenbahn gegenüber dem Bus den Vorzug gegeben. Davon erzählte Helmut Rehage auf Einladung des Vereins Erzählcafé Mönchengladbach. Sigrid Verleysdonk-Simons konnte sich über einen gut gefüllten Saal freuen. Sie war noch Studentin, als die gemeinnützige Idee zur Förderung und Unterstützung kultureller Arbeit älterer Menschen vor 21 Jahren in einem Sozialprojekt der Hochschule Niederrhein ins Leben gerufen wurde. „Es geht uns um Austausch, Erinnerungen wecken und Geselligkeit. Anhand eigener Geschichten und Stadtgeschichten wählen wir aktuelle Themen zur Stadt und schauen, was sich verändert hat und was erinnerungswürdig ist. So kann jeder von den Erfahrungen der anderen etwas mitnehmen“, sagt sie zur Intention des Erzählcafés. Bei den monatlichen Terminen werden wechselnde Altentagestätten besucht.

Passend zum Thema eröffnete Kuno Wagner mit Mundharmonika und Gitarre den geselligen Nachmittag mit dem Eisenbahnlied. Er übernahm auch die Liedbegleitung zwischen den Vortragsteilen. In Dauerschleife gab eine Videoeinspielung interessante Einblicke in das wechselnde Erscheinungsbild der Omnibusse. „Zum Thema gibt es unendlich viel Gesprächsstoff“, sagte Buchautor Helmut Rehage. Er konzentrierte sich auf die wechselvolle Geschichte beim Versuch, eine allgemeine Mobilität zwischen den Stadtteilen und ins Umland zu erreichen. Dabei berichtete er vom ersten Linienbetrieb 1903 bis zur Auflösung der Straßenbahn sowie über den Omnibusbetrieb der Stadt. Als einen Grund für die Bestrebungen nach erhöhter Mobilität nannte der bekennende Bus- und Bahnliebhaber die Industrialisierung, die zunehmend Menschen in die Stadt lockte. Der Buchautor erzählte von einem Pferdeomnibus, der mit einer größeren Kutsche zu vergleichen sei, von der Elektrifizierung 1900, von Erfolgen und deren Unterbrechungen, bedingt durch zwei Weltkriege. Die Rheydter führten Oberleitungsbusse ein, während die Mönchengladbacher noch auf die Straßenbahn setzten. Durch Stilllegung von Strecken waren sie schließlich aber zum Nachdenken gezwungen. Im März 1969 fuhr die letzte Straßenbahn durch Mönchengladbach.

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