Mönchengladbach: "Die FWG funktioniert auch ohne Oberem"

Mönchengladbach: "Die FWG funktioniert auch ohne Oberem"

Interview mit dem scheidenden FWG-Fraktionsvorsitzenden und seinem Nachfolger Bernd Püllen.

Herr Oberem, ist die FWG zu alt?

Oberem Wir haben unseren Altersdurchschnitt, so wie wir es auch angekündigt hatten, seit der Wahl systematisch gesenkt.

Davon sieht man im Rat noch nicht so viel.

Oberem Ich beziehe das auf alle, die für die FWG sprechen, also auch auf die Kollegen in den Bezirksvertretungen und Ausschüssen.

Püllen Wir haben nach der Wahl entschieden, dass es keine Doppelfunktionen mehr gibt. Das hat dazu geführt, dass Jüngere nachgerückt sind.

Ist die Verjüngung mit dem Wechsel an der Spitze abgeschlossen?

Oberem Im Gegenteil, das ist nur ein weiterer Schritt. Ich plane, noch vor Ablauf dieser Ratsperiode aus dem Rat auszuscheiden und hoffe, dass es mir meine älteren Parteifreunde gleich tun.

Funktioniert die FWG auch ohne Erich Oberem?

Oberem Selbstverständlich. Die Jüngeren können das. Das haben sie schon in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt.

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Püllen Erich Oberem ist aber auch nicht weg, sondern als mein Stellvertreter, als Ratsmitglied und Vorsitzender der Wählergemeinschaft weiter aktiv. Auf sein immenses Wissen zurückgreifen zu können, ist eine große Hilfe für mich.

Warum vollziehen Sie den Schnitt mitten in der Ratsperiode?

Oberem Um die Kontinuität in der Arbeit für die Bürger wahren zu können. Auf diese Art bleibt das Wissen in der Fraktion erhalten, bis sich die nachrückenden Kollegen vollends eingearbeitet haben.

Wird die FWG irgendwann überflüssig?

Püllen Wählergemeinschaften entstehen immer dann, wenn die etablierten politischen Parteien Lücken lassen, auf wichtige Fragen keine oder die falschen Antworten geben. Ich kann nicht erkennen, dass dieses Korrektiv in Mönchengladbach verzichtbar ist.

Wie verstehen Sie die Aufgabe der Opposition?

Püllen Wir stehen für ehrliche Oppositionsarbeit. Wir ergreifen die Initiative nur, wenn es nötig ist. Wir sind keine notorischen Nein-Sager, sondern wollen, dass die Gesamtstadt vorankommt.

Ralf Jüngermann führte das Gespräch.

(RP)