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Mönchengladbach: Die ersten Frühlingsgefühle im Tierpark

Mönchengladbach : Die ersten Frühlingsgefühle im Tierpark

Planschende Schweine, singende Vögel und tollende Affen – die meisten Bewohner der Gehege im Tiergarten in Mönchengladbach-Odenkirchen freuen sich über den milden "Winter".

Planschende Schweine, singende Vögel und tollende Affen — die meisten Bewohner der Gehege im Tiergarten in Mönchengladbach-Odenkirchen freuen sich über den milden "Winter".

 Exotische Vögel stimmen musikalisch schon auf den Frühling ein.
Exotische Vögel stimmen musikalisch schon auf den Frühling ein. Foto: Ilgner Detlef

Die Kakadus stimmen im fröhlichen Dur ein Pfeifkonzert an, die Gänse schnattern um die Wette und die Affen schwingen sich lässig von Ast zu Ast. "Es klingt wie im März", stellt Dr. Katrin Ernst fest und öffnet den Reißverschluss ihrer Jacke. "Und es fühlt sich an wie an einem kühlen Sommertag." 14 Grad — und die Schweine suhlen sich genüsslich in einer Schlammpfütze. Davon gibt es in diesen Tagen genug im Odenkirchener Tierpark.

 Mungo mit ordentlich Speck um die Hüften.
Mungo mit ordentlich Speck um die Hüften. Foto: Ilgner Detlef

Im vergangenen Jahr bot sich um diese Zeit rund um die Gehege noch ein anderes Bild: Eine Schneedecke verzierte die Freiflächen, Badewannen, Tränken und Pfützen waren zugefroren — und die meisten Bewohner in wärmere Räume umgezogen. Nur wenige Besucher verirrten sich damals in die ausgestorbene Winterlandschaft. "Dieses Jahr ist alles anders — für uns und die Tiere hat dieser extrem milde Winter fast nur Vorteile", erklärt Leiterin Katrin Ernst und ergänzt: "Am Sonntag hatten wir mit über 1000 Besuchern wieder einen Rekord in diesem Winter. Wir haben so viele Besucher wie selten im Winter, die Heizkosten sind niedrig und die Tiere können draußen bleiben. Das ist toll!"

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Sogar die exotischen Vögel mussten in diesem Jahr keinen strapaziösen Umzug über sich ergehen lassen. Kängurus, Rinder, Ziegen, afrikanische Flecken-Uhus und Falken — sie alle genießen die frische Winterluft bei angenehmen Temperaturen in Odenkirchen. "Die Tiere, die frisches Grün von der Wiese mögen, haben damit gerade auch beste Bedingungen", sagt sie und fügt hinzu: "Ich sperre die Tiere nicht gerne weg — hier draußen können sie sich austoben und haben viel mehr Platz als drinnen in den Gehegen." Lediglich die Wasserschildkröten haben den Odenkirchener Tierpark bereits im September verlassen — sobald das Thermometer unter zehn Grad anzeigt, sind die Tiere in Gefahr.

Doch die Nachteile sind ebenfalls beim Streifzug durch die Gehege sichtbar. Katrin Ernst fährt mit der Hand über das Fell der Ponys und Esel — und behält jedes Mal ein Büschel Haare zwischen den Fingern zurück. "Die Tiere legen ihr Winterfell schon ab und manche setzen auch Winterspeck an, verbrauchen aber durch die milden Temperaturen gar nicht so viel. Aber das reguliert sich spätestens wieder, wenn bald die Jungen kommen und die Eltern ordentlich auf Trab halten", erklärt Ernst, die schon seit Wochen das Thermometer sowie die Prognosen genau beobachtet. "Wir haben die Winterquartiere bereitstehen. Also falls der Winter noch kommt, können wir schnell reagieren. Ich glaube aber nicht mehr richtig daran. Und die Tiere und die Pfleger genießen es richtig, dass es nicht so frostig ist." Denn Frost bedeutet für die Tiere körperlichen Stress, für die Tierpfleger viel Arbeit, da die Wasserstellen permanent frei gehalten werden müssen — und für den Tierpark insgesamt weniger Besucher. Nur zwei Bewohner des Tierparks sitzen dieser Tage etwas muffelig in der Ecke ihres Geheges und sehnen den Frost herbei — die Schnee-Eulen.

(RP)