1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Die 11 ist Garant für Tore

Mönchengladbach : Die 11 ist Garant für Tore

Jupp Heynckes war Borussias Top-Torjäger. Der kleine Bernd Rupp wuselte durch die gegnerische Abwehr. Oft per Kopf traf der lange Hans-Jörg Criens. Und Marko Marin und Marco Reus imponieren mit Dribbelstärke. Für sie alle gilt: Sie hatten bei Borussia die 11 auf dem Rücken.

Michael Sternkopf war der erste Borusse, der das Trikot mit der Nummer elf auf dem Rücken ganz sicher sein Eigen nennen durfte. Als im Sommer 1995 jeder Bundesliga-Profi eine feste Rückennummer erhielt, erwischte bei Gladbach der Zugang vom FC Bayern München die "11", die nicht nur am Niederrhein seit jeher für Torgefahr steht. Und auch wenn die Rückennummern in Zeiten der Nominierung von eins bis elf des öfteren ihren Besitzer wechselten, durften sich einige große Gladbacher Spieler des Trikots mit der "11" sicher sein.

Bernd Rupp 1964 holte Hennes Weisweiler den flinken Mittelstürmer vom SV Wiesbaden an den Niederrhein, wo er fortan in der Sturmreihe mit Jupp Heynckes, Herbert Laumen, Günter Netzer und Werner Waddey Angst und Schrecken bei den gegnerischen Abwehrreihen verbreitete. Die Nummer elf trug Rupp dabei längst nicht immer, auf jeden Fall aber bei einem ganz besonderen Sieg. Am 7. Januar 1967 überrannten die Fohlen auf dem verschneiten Rasen des Bökelbergstadions den FC Schalke 04. Bernd Rupp traf an jenem Tag viermal und leistete so einen großen Beitrag zum bis heute zweithöchsten Bundesligasieg aller Zeiten. Das Ergebnis: natürlich 11:0.

  • Raffael feiert sein zweites Tor zum
    Drei Borussen mit drei Toren : Plea, Hazard, Raffael wie einst Rupp, Laumen und Heynckes
  • Porträt : Das ist Jupp Heynckes
  • Rückkehr zu den Wurzeln : Jupp Heynckes ist sich treu geblieben

Ulrik le Fevre Der Flügelstürmer war sicher nicht der Mann der Torrekorde, was seine 21 Treffer in 90 Bundesligaspielen auch verdeutlichen. Doch Gladbachs erster Däne, 1969 vom Vejle BK an den Bökelberg gewechselt, wurde zum Spezialisten für ganz besondere Tore. Zum einen erzielte le Fevre auf dem Weg zu Borussias erster Meisterschaft und mit der "11" auf dem Rücken gleich dreimal den wichtigen 1:0-Siegtreffer. Zum anderen wurde sein Treffer zum 6:0 beim 7:0-Heimsieg über Schalke 04 am 23. Oktober 1971 zum ersten "Tor des Jahres" in Deutschland gewählt. Mit diesen Glanztaten läutete le Fevre die Ära großer dänischer Stürmer bei Borussia ein.

Jupp Heynckes Das Trikot mit der Nummer elf ist bei Borussia auch untrennbar mit Jupp Heynckes verbunden, auch wenn Borussias bester Torjäger aller Zeiten diese Rückennummer zu Beginn seiner Karriere gar nicht trug. Heynckes war die Konstante im Fohlensturm. Zehn Bundesliga-Spielzeiten bestritt er für die Borussia, in jeder erzielte er mindestens zwölf Treffer. Die meisten seiner Erfolge im Vereinstrikot feierte der Welt- und Europameister aber mit der "11": vier Deutsche Meisterschaften, ein DFB- und ein Uefa-Pokalsieg sowie zweimal den Gewinn der Torjägerkanone. Am Ende kam Borussias Nummer elf auf 195 Tore.

Ewald Lienen Der Linksaußen war in jeder Hinsicht ein besonderer Spieler. Nicht nur, dass er langes Haar und Spitzbärtchen trug. Ebenso war er politisch engagiert und weigerte sich, Autogramme zu schreiben. Doch auch auf dem Spielfeld sorgte der Westfale für Aufsehen. Mit seinen schnellen Dribblings stellte er die gegnerischen Abwehrspieler vor große Probleme. 244 Mal wirbelte Lienen in der Bundesliga für Borussia über den linken Flügel - und hatte dabei zumeist die 11 auf dem Rücken.

Hans-Jörg Criens Der lange Schlacks aus Neuss musste lange um seine feste Nummer kämpfen. Zunächst machte sich Criens nämlich einen guten Ruf als torgefährlichster Einwechselspieler der Bundesliga. Noch heute zählt er mit 14 Treffern zu den besten Jokern aller Zeiten. Doch mit der Zeit setzte sich der kopfballstarke Mittelstürmer auch als Stammspieler durch und wurde gar zum Borussen-Kapitän. Während sein Sturmpartner mit der Nummer Neun Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre des öfteren wechselte, war er als Nummer elf unverzichtbar.

Heiko Herrlich Borussias Renaissance mit dem Europapokaleinzug und dem DFB-Pokalsieg 1995 ist nicht unwesentlich mit seinem Namen verbunden. An der Seite seines kongenialen Partners Martin Dahlin sicherte sich Herrlich Deutschlands Torjägerkrone und der Borussia eine "herrliche" Spielzeit. Zudem steuerte er sechs Tore zum Pokalsieg bei. Doch kaum hatte er im Finale den Treffer zum 3:0-Endstand gegen den VfL Wolfsburg erzielt, verspielte er sich mit seinem erzwungenen Wechsel zu Borussia Dortmund sämtliche Sympathien.

Dabei war er Borussias letzter großer Torjäger mit der Nummer elf. Denn seitdem Sternkopf dieses Trikot übernahm, hat es lange kein Gladbacher mehr geschafft, mit dieser Rückennummer für Akzente zu sorgen. Doch in der jüngsten Vergangenheit sorgten zwei flinke Dribbler dafür, dass die "11" bei Borussia wieder hoch im Kurs steht.

Marko Marin Als "Zauberzwerg" eroberte der 1,70 Meter große Techniker die Bundesliga. Mit seinen Finten und Pässen war Marin nicht unerheblich daran beteiligt, dass die Gladbacher nach ihrem Wiederaufstieg 2008 im Jahr darauf den Klassenverbleib schafften. Als er daraufhin Borussia Richtung Bremen verließ, fand der VfL einen würdigen Nachfolger.

Marco Reus Die zu Beginn oft bemühten Vergleiche sind längst verstummt. Da der heute 21-Jährige sich schnell einen Namen im Profifußball machte, erinnert nur noch die Rückennummer an seinen Vorgänger mit dem "k" im Vornamen. Reus allerdings glänzt nicht nur mit Tempodribblings, sondern er ist auch Gladbachs bester Torschütze in den letzten anderthalb Jahren. Und damit führt er eine große Tradition fort. Schließlich steht in Gladbach die Rückennummer elf für Torgefahr.

(RP)