Mönchengladbach: Dialyse spart Öl

Mönchengladbach: Dialyse spart Öl

Die NVV ist der Vorreiter im Lande: Ein neues System kann Motoröle wiederaufbereiten. Das soll bei den Bussen langfristig etwa 50 000 Liter Öl einsparen und die Umwelt schonen.

Seit Monatsbeginn nutzt die NVV in der Werkstatt an der Rheinstraße für die Wartung ihrer Busse ein neuartiges Gerät, das die Wiederaufbereitung des Öls ermöglicht. "Die Öllieferanten können sich schon mal auf weniger Absatz einstellen", sagt Leo Hönig, Betriebsleiter des Werkstattwesens, scherzend.

Die "Öldialyse", ein unauffälliges Konstrukt von der Größe einer imposanten Waschmaschine, kann jedwedes Erdöl derzeit bis zu vier Mal neu aufbereiten; Analysen zeigen auf, dass der ursprüngliche Zustand des "flüssigen Golds" wieder erreicht werden kann.

Markus Kemper, der Erfinder des Geräts, erläutert: "Die Öldialyse ist kein Hexenwerk. Der Reinigungsvorgang läuft bei jedem Öl auf dieselbe Weise ab. Aufgrund der bevorstehenden Ölknappheit müssen wir lernen, besser hauszuhalten." Jedes Jahr fallen mehr als 500 000 Tonnen Altöl an, die Menge kann durch die Dialyse bis um die Hälfte reduziert werden.

"Auch preislich rentiert die Maschine sich spätestens in anderthalb Jahren", sagt Christina Achtnich, Pressesprecherin der NVV. Die Maschine kostet etwa 25 000 Euro. Doch nicht nur Kosten sollen eingespart werden; auch der Umweltverschmutzung wird hierdurch entgegengewirkt, erschöpfbare Ressourcen sollen geschont werden.

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Experten in aller Welt warnen vor dem Versiegen der Ölquellen, doch die Nachfrage steigt immer noch unaufhörlich. Auch deshalb legt nun die NVV mit dem Gerät zur Reinigung von Altöl vor — als erstes Unternehmen im Land NRW.

Die Öldialyse entzieht bei einer Betriebstemperatur von 50 Grad Celsius sämtlichen Ölen Stoffe wie Wasser, Fette sowie diverse Additive, welche das Öl unbrauchbar machen. Auch Michael Faust, Abteilungsleiter der Instandhaltung, ist sicher: "Die Ergebnisse sprechen für sich, das Öl kommt immer auf das ursprüngliche Level zurück. Unsere Intention ist auch, den Planeten zu schützen."

Die wegweisende Technik wird zunächst hausintern genutzt, bei eventuellem Interesse ist ein Einsatz aber auch für Kunden der NVV— zum Beispiel die Stadt Mönchengladbach — möglich. Die Maschinen werden von der Firma IMT (Innovative Maschinen Technologie) in Dessau hergestellt und vertrieben.

Die NVV kann mit Hilfe des Geräts etwa 50 000 Liter Öl einsparen, bezieht man dies auf die "gesamte Lebensdauer der NVV-Busflotte, betont Christina Achtnich.

(RP)
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