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Mönchengladbach: Der Zauber der Harfe

Mönchengladbach : Der Zauber der Harfe

Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule lädt einmal im Jahr zum klassischen Konzert. Diesmal gab's Schuberts "Unvollendete", ein bisschen aus Peer Gynt und die begabte Harfenistin Sophie Shen im Konzertsaal des Theaters.

Musik ist im Orchester am schönsten - spinnen wir mal einen Slogan aus dem Sport hinein auf die Bühne des Konzertsaals im Theater. Hier sitzen rund 80 Jungs und - mehrheitlich - Mädchen an Geigen, Holz- und Blechblasinstrumenten, hinter Pauken, Trommel und Becken und machen endlich das, wofür sie (fast) tagtäglich im stillen Kämmerlein geübt haben: Schwelgen in Schuberts "Unvollendeter", rasen gemeinschaftlich auf den großen Rums in der Halle des Bergkönigs aus der Peer-Gynt-Suite zu oder tröten sich die Lunge aus dem Leib, wenn es mit Elgar dem guten Bach an "Fantasie und Fuge" und den Ohren der Zuhörer an die Schmerzgrenze geht.

Das Jugendsinfonieorchester der Städtischen Musikschule lädt einmal im Jahr zum klassischen Konzert, Christian Malescov, Leiter des Instituts, moderiert und dirigiert. Und Eltern, Lehrer, Geschwister und Verwandte im Saal haben Spaß. Am meisten aber die jungen Musiker selbst. Denn endlich wird Musik draus.

Mit einer Montagsprobe allein ist etwa so einer Schubert-Sinfonie nicht beizukommen, sagt Malescov. Deshalb waren die Kinder und Jugendlichen, die als Begabtere unter den Instrumentalschülern ins große Orchester dürfen, in den Osterferien in Klausur. Registerproben unter fachlicher Anleitung gehören ebenso zu so einer Orchesterfahrt wie langes Aufbleiben, Kammermusik und jede Menge anderer Abenteuer auch in außermusikalischer Hinsicht.

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Den Jugendlichen spürt man diesen Spirit an, als sie - gesittet - auf die Bühne zu ihrem Platz treten, auch wenn eine Klarinettistin dabei vom Stuhl fällt. Und als dann die Celli das schöne Schubert-Thema anstimmen, werden die Früchte von ganz viel Arbeit eingefahren. Ja, auch wenn hier und da mal ein Ton wegbleibt oder sich an die falsche Stelle mogelt, das klingt schon ganz schön nach großer Sinfonik, was da an Klängen in den Saal strömt. Malescov kennt seine Pappenheimer bestens, wählt die Tempi entsprechend, weist mit seinem Taktstock bei allen kniffligen Einsätzen in die entsprechende Richtung und hat seinen "Laden" auch disziplinarisch im Griff.

Vor dem ersten Einsatz verordnet er seinen Musikern ein kollektives Lächeln, selbst die begabte Solistin des Konzerts, Sophie Shen an der Harfe, kriegt von ihm kurzerhand den Blumenstrauß abgenommen, damit sie endlich zur Zugabe schreitet.

Eine konzentrierte, freundliche Stimmung also prägt das Konzert, das bei Schubert beginnt und nach fünf hübschen Sätzen aus Griegs Peer-Gynt-Musik bei Elgars Bach-Bearbeitung endet. Musikalischer Höhepunkt wird die Zugabe der Harfenistin Sophie Shen, eine Konzert-Etüde, die die 16-Jährige zauberhaft auf all den vielen Saiten spielt.

Das Talent aus der vor zehn Jahren mit privaten Sponsorengeldern gegründeten Harfen-Klasse der Musikschule hat das Zeug zum Profi. Diesen Weg werden vielleicht auch einige Jugendliche im Orchester beschreiten, wenn es denn so weit ist. So ein gelungenes Konzert jedenfalls kann eine Motivation in diese Richtung sein. Das bestätigen auch die Zuschauer mit freundlichem Applaus.

(ark)