Mönchengladbach: Der Wirtschaftsboom hält weiter an

Mönchengladbach: Der Wirtschaftsboom hält weiter an

Die Konjunktur in Mönchengladbach läuft auf Hochtouren. 50,9 Prozent der Betriebe sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden, nur 6,7 Prozent bewerten ihre Geschäfte negativ. Das teilte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein nach einer Konjunkturumfrage mit. Damit ist der Saldo zwischen positiven und negativen Einschätzungen seit Jahresbeginn von 39,6 auf 44,2 Punkte gestiegen. "Die Geschäftslage der Unternehmen hat sich somit zum dritten Mal in Folge verbessert und erreicht den höchsten Stand seit zwölf Jahren", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate deuten allerdings darauf hin, dass die Betriebe derzeit nicht mit einer weiteren merklichen Steigerung rechnen." Insbesondere bei den Exporten scheint der Höhepunkt erreicht zu sein. An der Konjunkturumfrage nahmen rund 350 Betriebe aus der Region teil.

Die verbesserte Geschäftslage bestätigt die optimistischen Erwartungen der Vorumfragen und ist branchenübergreifend im Handel, im Dienstleistungsbereich und im produzierende Gewerbe spürbar. Dennoch sorgen unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen dafür, dass die Unternehmen etwas vorsichtigere Erwartungen für die kommenden Monate haben als noch in der Vorumfrage. 22,9 Prozent der Betriebe rechnen mit einer weiteren Belebung ihrer Geschäfte, 8,6 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft. Eine große Mehrheit der Unternehmen erwartet also, dass die Geschäfte auf dem aktuellen hohen Niveau bleiben. "Die vorsichtigen Erwartungen zeigen allerdings, dass der konjunkturelle Höhepunkt bald erreicht sein dürfte", sagt Steinmetz.

Das hängt auch mit den Exporterwartungen zusammen. "Seit Sommer 2017 haben sich die Exporte sehr positiv entwickelt", sagt Steinmetz. "Allerdings gehen die Unternehmen angesichts drohender und bestehender negativer wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen im internationalen Raum, zum Beispiel den avisierten Strafzöllen, den weiterhin wirkenden Sanktionen gegen Russland, dem beschlossenen Brexit und den jüngsten Entwicklungen beim Iran-Abkommen, nicht davon aus, dass sich ihre Exporte in den nächsten Monaten steigern." Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind weiter aufwärtsgerichtet, wenn auch etwas verhaltener als noch zu Jahresbeginn. Mehr als ein Viertel der Unternehmen möchte neue Mitarbeiter einstellen, nur zwölf Prozent der Unternehmen planen, die Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Das zieht sich durch alle Branchen, so die IHK. Bedeutendstes Konjunkturrisiko ist weiterhin der Fachkräftemangel. Dies sehen mittlerweile 45,1 Prozent der befragten Betriebe so.

(angr)
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