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Mönchengladbach: Der Seelöwe feierte ohne Bläck Fööss

Mönchengladbach : Der Seelöwe feierte ohne Bläck Fööss

Bei der 41. Seelöwe-Sitzung gab es vier Stunden Karneval vom Feinsten. Die kölsche Kultband musste aber absagen.

Als das Prinzenpaar Rolf III. und Niersia Dagmar mit seinen Garden auf die Bühne zog, ahnte in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle niemand, was die Sitzungspräsidenten Hans Schmidt und Gerhard Claassen wenige Minuten später verkünden mussten. Zu Beginn der 41. Seelöwe-Sitzung standen die Jecken auf ihren Stühlen und sangen das Mottolied mit. Als die Tollitäten im Elferrat Platz genommen hatten, musste Claassen die traurige Botschaft mitteilen: "Die Bläck Fööss können heute Abend nicht auftreten. Drei von ihnen liegen krank im Bett." Ein enttäuschtes Raunen ging durch die KFH, und so manch einer spekulierte, was die Fööss denn haben könnten. Aufschluss gibt die Facebook-Seite der Kölner Kultband. Pianist Andreas Wegener hat eine Lungenentzündung und die beiden Sänger Peter Schütten und "Bömmel" Lückerath leiden an einer Bronchitis. Dem Programm der Sitzung tat der Ausfall keinen Abbruch. Statt der Bläck Fööss trat Kasalla auf. Die Kölner Band gilt als Durchstarter der vergangenen Session und landete mit dem Lied "Pirate" einen Superhit. Kein Wunder, dass die Jecken in der KFH aufsprangen, als die ersten Klänge dieses Songs erklangen.

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Die Lachmuskeln wurden an dem Abend erstmals durch Guido Cantz strapaziert. "Ich grüße die Gäste auf dem Balkon. Ist's schön warm da oben? Den nächsten Aufguss gibt's um halb elf", rief er den Jecken zu, die auf der Empore saßen, und verriet, dass er ein Kollege von Peer Steinbrück sei. "Er ist auch Vortragskünstler." Die Paveier brachten den Saal schließlich zum Kochen. Während des kompletten 45-minütigen Auftritts saß niemand auf seinem Stuhl. Die Tanzgruppe der Kölner Rheinveilchen präsentierte bei ihrem spektakulären Auftritt nicht nur ihre neuen blau-weißen Uniformen, sondern zeigte auch Flugeinlagen, wie sie keine andere Tanzgarde beherrscht. Im Salto ging es immer wieder quer über die Bühne, und Chefmariechen Ilka Strenge musste aufpassen, dass sie das Schild, das über der Bühne hing, nicht berührte. Nachdem die ausgeflippte Gruppe Querbeat in sommerlicher Kleidung Sambarhythmen intoniert hatte, trat Jürgen Beckers alias "Ne Hausmann" auf und berichtete von seiner Frau: "Wenn die sich enthaart, klebt die sich immer zwei Pflaster auf die Oberschenkel und hält sich an der Türklinke fest. Ich trete die dann zu, und wenn meine Frau klingelt, ist sie epiliert." Zudem berichtete er davon, dass er als Aachener ständig auf Printen angesprochen werde.

Blom und Blömcher karikierten bei ihrem Auftritt einige Musiker wie BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken und das kölsche Urgestein Willi Ostermann. Zum Abschluss heizten De Räuber dem Publikum noch einmal ordentlich ein, und auch das Prinzenpaar hielt es nicht mehr auf den Stühlen. Zu "Boogie Woogie und Beethoven" twisteten die Tollitäten über die Bühne, bevor sie zum Schunkellied "Wunderbar" einen Walzer hinlegten.

Im kommenden Jahr wird es wieder eine Seelöwe-Sitzung geben. Das Programm stehe schon fest und hält erneut Hochkaräter bereit.

(cli)