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Mönchengladbach: Der schnelle Weg zum Job

Mönchengladbach : Der schnelle Weg zum Job

Was in der Liebe funktioniert, kann auch bei der Ausbildung hilfreich sein. Deshalb trafen sich Jugendliche und Personalverantwortliche beim Azubi-Speed-Dating im Haus Erholung. Es bietet die Möglichkeit, in kurzer Zeit sehr viele Bewerbungsgespräche zu führen.

Dass sie vor dem Gespräch nicht noch einen Blick auf die Internetseite des Unternehmens geworfen hat, ärgert Ines Tumi im Nachhinein. Auf die Frage, was sie über die Niederlassung Deutschland der Geoban S. A., einem Unternehmen der Santander Group, wisse, musste die 19-Jährige passen. Trotzdem ist die Schülerin im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrem ersten Gespräch beim Azubi-Speed-Dating im Haus Erholung. "Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt", sagt sie. Ihrem zweiten Vorstellungsgespräch an diesem Tag sieht sie etwas gelassener entgegen.

Zum zweiten Mal haben die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach, die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein und die Arbeitsagentur Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk mit Ausbildungsplatzsuchenden zusammengebracht. 25 Ausbildungsbetriebe haben mit rund 400 Jugendlichen Gespräche über Lebensläufe und Ausbildungsmöglichkeiten geführt.

Von Eltern begleitet

Schon um 10.30 Uhr zählten die Veranstalter 250 Bewerber. "Einige sind alleine gekommen, andere in ganzen Gruppen", berichtet Stephan Mundt vom IHK-Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung. "Sogar aus Grevenbroich sind Schüler gekommen." Ein paar Jugendliche werden von ihren Eltern begleitet. "Das sehen im Handwerk manche Ausbilder sehr gerne", sagt Stefan Bresser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Fünf Ausbildungsstellen hat die Geoban S. A. noch zu besetzen. Deshalb sehen Monika Kaesler-Haellbarth, Referentin Ausbildung bei der Santander Consumer Bank, und Daniel Avanzatu, Personalreferent bei Geoban S. A., an diesem Tag vor allem Lebensläufe und Zeugnisse. Schnell fliegen die Blicke der beiden Experten über den Lebenslauf von Ines Tumi. Die Praktika der 19-Jährigen sind dort ordentlich aufgelistet. Auffällig: Nach einem Praktikum als Werbegestalterin hat sich Tumi doch für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich entschieden. Monika Kaesler-Haellbarth will wissen, warum.

Ruhig und konzentriert berichtet Tumi über ihre Entscheidung, erklärt, warum ihre im Halbjahreszeugnis ausgewiesenen Noten in Mathematik und Rechnungswesen nicht optimal sind und dass sie gerade dabei ist, sie zu verbessern. Die Personalverantwortlichen interessiert, was die Schülerin über den angestrebten Beruf weiß und wie es um ihre Computer-Kenntnisse steht. Dann kommt die Entscheidung: Die Personaler behalten die Bewerbung, um sie später in Ruhe noch einmal durchzugehen und die junge Frau dann eventuell zum Auswahlverfahren einzuladen.

Über Betrieb informieren

"Sie hat sich ganz gut verkauft, vorbereitet aber hat sie sich nur wenig", sagt Kaesler-Haellbarth. "Man sollte sich über den Ausbildungsbetrieb schon informieren." Dennoch hat die 19-Jährige einen ganz guten Eindruck gemacht. Bei den Bank-Personalverantwortlichen hat nur ein Drittel der Bewerber es geschafft, beim ersten Gespräch einigermaßen zu überzeugen.

(RP)