Mönchengladbach: Der neue Nordring kommt

Mönchengladbach: Der neue Nordring kommt

Kein Lkw-Verkehr vor der Haustür – das wünschen sich Anwohner der Engelblecker Straße. Eine schnelle Anbindung ins Gewerbegebiet Engelbleck – das wollen Unternehmer. Nach rund 25 Jahren soll der Nordring vollendet werden.

Kein Lkw-Verkehr vor der Haustür — das wünschen sich Anwohner der Engelblecker Straße. Eine schnelle Anbindung ins Gewerbegebiet Engelbleck — das wollen Unternehmer. Nach rund 25 Jahren soll der Nordring vollendet werden.

Seit rund zwölf Jahren sitzt Norbert Post für die CDU im Landtag. Immer, wenn in dieser Zeit ein neuer Landes-Verkehrsminister sein Amt antrat, wurde Post bei ihm vorstellig. Und immer ging's vor allem um ein Thema: die Verlängerung des Nordrings über die Engelblecker Straße bis zur Hohenzollernstraße.

Dieses Straßenbauprojekt ist schon im Generalsverkehrsplan für Mönchengladbach verzeichnet — aber Jahr für Jahr fehlte das Geld, dieses rund 13,5 Millionen Euro teure Teilstück zu verwirklichen. Jetzt ist die Chance groß wie nie: Das NRW-Ministerium für Bauen und Verkehr hat rund sieben Millionen Euro Zuschuss eingeplant, nachdem der Regionalrat zuvor entschieden hatte, den Nordring-Weiterbau im Programm für den kommunalen Straßen- und Radwegebau zu fördern. Post atmet auf: "Das hilft vor allem den Menschen, die an der Engelblecker Straße, an der Künkelstraße und an der Alsstraße wohnen. Und natürlich auch den Unternehmen im Gewerbegebiet Engelbleck", sagt er.

Es ist tatsächliche eine seltsame Situation, die aber nicht untypisch für langfristige Straßenprojekte ist. Vor etwa einem Vierteljahrhundert füllte sich das Gewerbegebiet Engelbleck ziemlich schnell, wobei seine Anbindung weitgehend auf der Strecke blieb. Die Folgen bekamen vor allem die Anwohner der Engelblecker Straße zu spüren. "Da ist nichts mit Ruhe, wenn alle fünf Minuten ein Lkw vorbeifährt", sagt Post.

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Und auch an anderer Stelle sieht die Situation nicht viel besser aus — wobei da Anwohner und Autofahrer eher mit Rückstaus zu tun haben. Post sagt: "An jedem Werktag zur Rush hour gibt es auf der Künkelstraße einen Rückstau an Fahrzeugen, der bis zur Eickener Straße und zur Alsstraße reicht. Eine Bundesstraße, auf der der Autoverkehr nicht rollt, ist nichts."

Allerdings: Mit einer schnellen Fertigstellung der Straßen-Verlängerung ist trotzdem nicht zu rechnen. Die Stadt steht nach eigener Aussage zwar "in den Startlöchern", sobald sie einen Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung bekommt. Aber der hängt wiederum von der Aufstellung des NRW-Haushalts ab, der Mitte September in den Landtag in Düsseldorf eingebracht wurde und noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll.

Die städtischen Verkehrsplaner feilen aber bereits an Konzepten. Ihre schwierigste Aufgabe wird darin bestehen, die Brücken auf der verlängerten Hohenzollernstraße so zu ertüchtigen, dass sie es mit dem Schwerlastverkehr aufnehmen können.

Von den 13,5 Millionen Euro Baukosten muss die klamme Stadt Mönchengladbach rund 6,5 Millionen Euro selbst übernehmen. Denn förderfähig sind nur rund 10,8 Millionen Euro, weil das Land zum Beispiel die Projektplanung nicht bezuschusst. Von den dann noch übrig bleibenden 10,8 Millionen Euro übernimmt das Land NRW 65 Prozent der Kosten.

(RP)
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