Mönchengladbach: Der Meisterkoch verrät Tricks und Kniffe

Mönchengladbach: Der Meisterkoch verrät Tricks und Kniffe

15 Schüler der Herman-van-Veen-Schule zauberten mit Beschir Ben Nacer, Chefkoch des Restaurants Palace St. George, ein Drei-Gänge-Menü. Der Profi war begeistert von den Jungköchen, die unter anderem Reibekuchen zubereiteten.

Ein köstliches Drei-Gänge-Menü ist schon eine Herausforderung, wenn alles auf den Punkt genau gelingen soll. Der Weg dahin mag eine Kunst, aber sicherlich kein Hexenwerk sein. Das lernten 15 Jugendliche der Herman-van-Veen-Schule, Förderschule für geistige Entwicklung. Die Schüler kochten mit Küchenchef Beschir Ben Nacer im Palace St. George und zauberten in gut geplanten Arbeitsschritten eine ausgewogene Folge von der Vorspeise bis zum abschließenden Dessert. Auf den ersten Gang mit Reibekuchen von dreierlei Gemüse mit Räucherlachsstreifen und Kräuterquark folgten Hähnchenbrust auf Ratatouille und schließlich ein einfaches Schokoladen-Mousse auf karamellisierten Bananen und Knusperflakes.

"Ich wollte zeigen, wie einfach es ist, gut zu kochen", sagte Ben Nacer umringt von seinen eifrigen Kochgehilfen. Die Idee für den Kinder-Kochkurs sei ihm und Lehrerin Natalie Lehnen-Döhmen beim Essen von Spinatknödeln gekommen, einem köstlichen Gericht aus einfachen Zutaten. Unterstützung bei der Realisierung boten das Restaurant und der Förderverein der Schule.

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"Es ist schon schön, dies alles in einem solchen Haus genießen zu können", sagte Natalie Lehnen-Döhmen, die sich für ihre Schüler freute. Die 15 Akteure an Herd und Backofen sind zwischen 16 bis 20 Jahre alt und kamen aus vier Klassen. Sie hatten sich den Kochkurs durch besonders gute Leistungen im Hauswirtschaftsunterricht verdient und waren entsprechend hoch motiviert. Nachdem Sabrina Duval (16) Kartoffeln und Zucchini für die Rösti geschnibbelt hatte, schwärmte sie: "Hier ist alles viel größer und besser als in der Küche der Schule, und es ist toll, das alles mit dem Chefkoch zu machen."

Derweil schlug Fabian zwei Liter Sahne von Hand auf. "Nicht streicheln, Kollege", ermunterte Ben Nacer den 18-Jährigen zu mehr Muskeleinsatz. Laura Stephan (16) war überzeugt, eine Menge gelernt zu haben, da ergänzend zur praktischen Arbeit an Herd und Backofen auch Warenkunde anstand. Ben Nacer, offensichtlich bester Laune und sehr zufrieden mit seinen Schützlingen, behielt die Planung im Blick. So wurden etwa die Bananen karamellisiert, nachdem das Schokoladen-Mousse fertig und kaltgestellt war. "Hammer", riefen zwei der Jungköche staunend aus, als die verlockend aussehenden, gerösteten Flakes auf einem Blech ausgebreitet wurden. Hauswirtschaftslehrerin Christiane Bagusat wertete den Kochkurs in der Verbindung von Planung und praktischer Arbeit als wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Eigenständigkeit und zum Kennenlernen eines möglichen Berufsfeldes. Schulleiterin Doris Waßen beobachtete die Arbeitsprozesse ebenfalls bewegt und glücklich. "Das ist für die Schüler ein Erlebnis", stellte sie fest und betonte mit Blick auf Inklusion: "In der praxisorientierten Arbeit sind unsere Schüler sehr fit. Hier können sie ihren Mann und ihre Frau stehen - selbstbewusst und sicher."

(anw)
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