Mönchengladbach: Der "Held von Mogadischu" war oft in der Stadt

Mönchengladbach: Der "Held von Mogadischu" war oft in der Stadt

Reservisten vom Niederrhein trauern um den ehemaligen General Ulrich Wegener, der Ende 2017 verstarb.

Die Kreisgruppe Niederrhein im Reservistenverband trauert um General a.D. Ulrich Wegener. Der Ende 2017 verstorbene Gründer der legendären Bundesgrenzschutz-Antiterrortruppe GSG 9 war den Reservisten der Region über viele Jahre eng verbunden. "Wir sind stolz darauf, ihn etliche Male als Gast oder Referent in Mönchengladbach bei uns begrüßt zu haben", sagt der Ehrenvorsitzende Oberst d.R. Helmut Michelis: "Wegener war ein gradliniger Offizier, ein echter Gentleman, bescheiden auftretend und mit beeindruckendem Sachverstand." Bis zuletzt, da schon ganz am Ende an den Rollstuhl gefesselt, sei er geistig topfit gewesen, erinnert sich Michelis.

Als Redakteur führte er mit ihm zuletzt im Dezember 2015 anlässlich der Terrorangriffe von Paris ein Interview für die Rheinische Post, das damals bundesweit in den Medien zitiert wurde. Nicht nur für den Ehrenvorsitzenden ist Ulrich Wegener ein echtes Vorbild gewesen. Umso beeindruckender seien die Gespräche mit ihm verlaufen: "Die Geschichte des Deutschen Herbstes vermittelte er als Zeitzeuge der ersten Linie für uns hautnah und im doppelten Sinne zum Anfassen", sagt der Kreisorganisationsleiter des Verbandes, Oberleutnant d.R. Stefan Thies. "Deutschland hat ihm viel zu verdanken."

An der Spitze der GSG 9 hatte Ulrich Wegener am 16. Oktober 1977 in Mogadischu (Somalia) die von Palästinensern entführte Lufthansa-Boeing "Landshut" gestürmt und die als Geiseln genommenen Passagiere befreit. Er verhinderte damit die Freipressung von elf in Deutschland inhaftierten Terroristen der "Rote-Armee-Fraktion" (RAF) - die Entwicklung der Bundesrepublik wäre sonst möglicherweise ganz anders verlaufen.

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Den Terrorexperten Rolf Tophoven, früher Lehrer am Hugo-Junkers-Gymnasium und Autor des ersten Buches über die Antiterroreinheit, verband mit Wegener bis zuletzt eine Freundschaft. Die Geiselbefreiung in Mogadischu habe Wegener zuvor "akribisch" an Flugzeugen geübt, erinnert sich der Terrorexperte. Das sei typisch für ihn gewesen, ebenso wie seine genaue Beschäftigung mit unkonventionellen Methoden, zum Beispiel mit Guerilla-Taktiken.

"Mir nach" sei stets sein Motto gewesen, berichtete Wegener den Reservisten beim letzten Treffen in Mönchengladbach. "Von einem Kommandeur muss ich erwarten können, dass er diese Worte auch als Vorbild lebt." "Es hat uns geehrt, dass Ulrich Wegener nach eigener Aussage immer gern an den Niederrhein gekommen ist", sagt Stefan Thies.

(RP)