Heinz-Josef Biste: Der "Dombaumeister von Neuwerk"

Heinz-Josef Biste: Der "Dombaumeister von Neuwerk"

Der Pfarrer feierte in St. Mariä Himmelfahrt 40 Jahre Priesteramt. Die Beteiligung war groß. Dabei war Bistes Einstand in der vor fünf Jahren noch jungen Pfarrei nicht leicht gewesen.

Gerade einmal 13 Tage alt war die Pfarrei Maria von den Aposteln, als Pfarrer Heinz-Josef Biste vor fünf Jahren nach Neuwerk kam. Drei Gemeinden waren zu einer zusammengeführt worden. Das kirchliche Immobilienmanagement mit dem Diktat des Sparzwangs erschwerte die mitunter ohnehin stürmische Zusammenfindung. "Schuld war natürlich immer der neue Pfarrer", erinnerte nun fünf Jahre später Hagen Eßer vom Kirchenvorstand. Anlass zum Rückblick bot ihm die Festmesse zu Bistes 40-jährigem Priesterjubiläum. Hier lobte Eßer den Jubilar als "Dombaumeister von Neuwerk", da es mit seiner Hilfe gelungen sei, aus drei Gemeinden eine zu formen mit einem Kirchenvorstand, einem Pfarreirat, einem Kirchenchor.

Viele waren gekommen, um im Gottesdienst und beim anschließenden Empfang mitzufeiern, zu gratulieren und zu danken, unter den Gästen der emeritierte Weihbischof Karl Reger. Im persönlich gehaltenen Einstieg zur Festpredigt erinnerte Josef Berger an gemeinsame Studien- und WG-Zeiten mit dem Geistlichen in den 1960er Jahren. In Bezug auf das Evangelium zur Verklärung Christi auf dem Berg Tabor betonte Berger: Für ein solches Miteinander mit Gott und den Menschen sei Biste Pfarrer geworden.

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Der Jubilar trug sein Primiz-Gewand vom 25. Februar 1978, als er vom inzwischen verstorbenen Bischof Klaus Hemmerle im Dom zu Aachen zum Priester geweiht wurde. "Dieses Gewand ist schlicht und einfach. Es passt zu mir und ist mir ans Herz gewachsen", betonte Biste. Das vom Chor "Carpe Diem" gesungene Lied "Drink doch eine met" münzte er um, um alle Kirchenbesucher zur anschließenden Stärkung einzuladen. "Ich kenne eigentlich nichts Anderes als die große Zusammenarbeit", sagt heute der Geistliche, dem Netzwerkarbeit ein Anliegen ist. Er hat mit Amnesty International und anderen Gruppierungen in der Friedensarbeit zusammengearbeitet. Wichtig ist ihm nach eigenem Bekunden ebenso das ökumenische Netzwerken und damit die Zusammenarbeit mit dem evangelischen Pfarrer Till Hüttenberger. Gerne denkt Biste an die Zeit zurück, in der er zehn Prozent seines Arbeitseinsatzes in die Schulseelsorge investierte. "Das beste Projekt waren die Ausbildungspatenschaften. Es ist eine wunderschöne Zeit zu sehen, wie sich Jugendliche entwickeln. Das ist eine Arbeit, wo man das Herz sprechen lassen kann und nicht nur den Leistungsgedanken", erzählt er.

Ein großes Hobby ist das Radfahren. Auch das sei ein Grund für die Rückkehr an den Niederrhein gewesen, sagt der 69-Jährige mit schelmischem Unterton und erzählt von seinen sieben Gemeinden in Heimbach-Nideggen. Für die habe er immer die Berge hoch und runterfahren müssen. Das sei inzwischen zu anstrengend. Aus der Begeisterung für das Radfahren entwickelte der Geistliche die Idee für gemeinsame Radtouren unter dem Motto "Für Geist und Beine". Die monatlichen Touren im sportlich zwanglosen Beisammensein verbindet er mit seinem Interesse an historischen Orten. Für seine Profession stellt Biste fest: "Dieser Beruf ist für die Menschen da. Natürlich muss vieles geplant, gemanagt werden, doch wir müssen sehen, dass sich die Leute mitgenommen fühlen".

(anw)