Mönchengladbach: Der City-Platz: Wohin geht die Reise?

Mönchengladbach : Der City-Platz: Wohin geht die Reise?

Sonnenhaus-Bewohner wollen den Blick auf Hans-Jonas-Park und Erholung erhalten wissen. Ein mehrgeschossiger Neubau könnte das verhindern.

Die Erwartungen sind riesig. Mal wird er als neue "Gladbacher Mitte" bezeichnet. Als Event-Platz für Veranstaltungen ist er bereits fest eingeplant. Und auch Gastronomen wollen sich ansiedeln, einer hat sich schon ein leerstehendes Geschäftslokal gesichert. Dummerweise gibt's derzeit nicht einmal eine ungefähre Vorstellung, wie der Platz vor dem Sonnenhaus einmal aussehen soll. Jetzt steht hier das Ausweichquartier für die Theatergalerie, das Vis-à-Vis. Früher war an dieser Stelle eher ein unscheinbarer Platz, der für Gastronomie und Veranstaltungen viele Jahre lang keine große Bedeutung hatte.

Doch das wird sich ändern. Das liegt im Wesentlichen an den neuen Mönchengladbach Arcaden, auf die sich das Geschäftsleben auf der Hindenburgstraße konzentrieren wird. Der früher wenig beachtete Platz rückt damit auch in den Mittelpunkt. Das liegt ebenfalls an den Masterplanern, die sich Gedanken gemacht haben, wie der Platz auch durch zusätzliche Bauten gestalterisch aufgewertet werden kann. Und genau da schließt sich aus der Sicht der Anwohner der Kreis: Vor allem die Bewohner des Sonnenhauses befürchten für sich erhebliche Nachteile.

Als die Stadt am Dienstagabend erstmals in einer Bürgerversammlung über die Platzgestaltung informierte, wurde dies deutlich. "Wir verlieren den Blick auf den Hans-Jonas-Park und die Erholung. Deswegen haben viele von uns aber eine Eigentumswohnung im Sonnenhaus gekauft", klagte eine ältere Frau. Die ungewisse Parksituation scheint für viele Anwohner ebenfalls ein Problem zu werden.

Derzeit werden bei der städtischen Bauverwaltung zwei Varianten gehandelt. Eine ist für die Anlieger unproblematisch, weil diese Planung davon ausgeht, den Park eher in Richtung Sonnenhaus zu erweitern. Das würde den Sonnenhaus-Bewohnern noch mehr Grün bescheren. Die andere Variante — wegen der Masterplan-Empfehlung die wahrscheinlichere — sieht vor, dass der Platz durch ein neues, bis zu fünf Geschosse hohes Gebäude an der Ecke Abteistraße/Stepgesstraße eine Kante bekommt. Damit entfiele der Hinterhof-Charakter.

Diese Lösung wird nicht nur von Gestaltern favorisiert, sie hat durchaus auch für die Stadt Charme. Denn ihr gehören die Grundstücke, die sie dann zu guten Preisen verkaufen könnte — die Lage direkt am Park und am Fuß des Kulturhügels ist zweifellos attraktiv. Und zusätzliche Einnahmen kann die Stadt gut gebrauchen.

Was am Ende herauskommt, sollen Platz-Planer entwickeln, die jedoch noch zu engagieren sind. Ihnen will die Stadt schon ein Ideenraster mitliefern, einschließlich möglicher Bedenken von Anliegern. Die Besitzer der 42 Wohnungen im Sonnenhaus werden das aufmerksam verfolgen.

(RP)
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