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Mönchengladbach: Der andere Weg zum Abitur

Mönchengladbach : Der andere Weg zum Abitur

An einem normalen Gymnasium wäre Kai Schillberg, wie er selbst sagt, untergegangen. Denn Fächer wie Kunst, Musik und Biologie liegen ihm nicht. Der 19-Jährige, der Maschinenbau studieren will, fand eine Alternative für sich.

Um erst einmal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Der am Beruflichen Gymnasium erworbene Abschluss ist kein Fachabitur, sondern die allgemeine Hochschulreife. Mit diesem Abitur können sich die Absolventen um jeden Studiengang bewerben. "Er kann auch Theologie studieren und Priester werden", sagt Bildungsgangleiterin Sabine Kannen mit Blick auf ihren Schüler Kai Schillberg, der kurz vor dem Abitur steht. Er könnte Theologe werden, will es aber nicht. Sein Ziel ist ein Maschinenbaustudium.

Da ist er am Beruflichen Gymnasium, das im Berufskolleg Platz der Republik angesiedelt ist, richtig. Denn dort wird ganz besonders Wert auf Mathematik und Technik gelegt. "Ein Leistungskurs ist immer Mathe, der andere entweder Maschinenbautechnik oder Informatik", erklärt Sabine Kannen. Damit bietet der Bildungsgang eine besonders gute Vorbereitung auf ein technisches Studium.

Schüler Kai Schillberg weiß das zu schätzen. "Am normalen Gymnasium wäre ich untergegangen, weil mich Fächer wie Kunst, Musik oder Biologie nicht interessieren", sagt der 19-Jährige. Er hatte seine Qualifikation für die Oberstufe an der Realschule gemacht. Am Tag der Offenen Tür lernte er das Berufliche Gymnasium kennen und war sich sicher: "Das ist das Richtige für mich." Er bereitet sich dort auf ein Maschinenbaustudium vor, hält sich aber dennoch alle Möglichkeiten offen.

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Tobias Hansen hat einen anderen Weg genommen: Der 17-Jährige ist jetzt im ersten Jahr der dreijährigen Oberstufe. Er hat die Gesamtschule nach der neunten Klasse verlassen, die einjährige Berufsfachschule, die zur Qualifikation für die Oberstufe führt, absolviert und hat jetzt das Abitur fest im Blick. "Ich war in Mathe schlecht", gibt er zu, "aber jetzt habe ich gemerkt, dass ich das alles schaffen kann."

Der Vorteil am Beruflichen Gymnasium: Es stehen drei Jahre zur Verfügung, in der elften Klasse wird das Niveau der Schüler, die aus unterschiedlichen Schulen und Schulformen kommen, angeglichen. Außerdem: "Man kommt nicht in eine bereits existierende Klasse, sondern alle fangen hier noch mal neu an", erklärt Kai Schillberg.

Neben die Ausrichtung auf Mathematik und Technik treten zudem höhere Praxisanteile in der Schule. In der elften und zwölften Jahrgangsstufe wird nämlich in der Werkstatt gearbeitet: Da steht etwa Feilen, Bohren und Schrauben auf dem Lehrplan. "Wir arbeiten auch mit einem 3D-Drucker", sagt Tobias Hansen, der die Abwechslung durch den praktischen Unterricht zu schätzen weiß.

(arie)