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Denkmalpflege in Mönchengladbach: Museum Abteiberg zählt zu den jüngsten Baudenkmälern im Rheinland

Denkmalpflege in Mönchengladbach : Museum Abteiberg zählt zu den jüngsten Baudenkmälern im Rheinland

Die Rheinische Denkmalpflege stellte im Museum Abteiberg ihr 47. Jahrbuch vor. Der Schwerpunkt liegt auf jüngeren Denkmälern. Ein Beitrag würdigt den Hollein-Bau als eines der architektonischen Schlüsselwerke des postmodernen Museumsbaus.

Die thematische Bandbreite des 47. Jahrbuchs der Rheinischen Denkmalpflege reicht von der Gartenkunst, über Museum und Kirche bis hin zu Verwaltungsgebäude und Papierfabrik. Auf dem Buchcover des 358 Seiten starken Bands aber leuchtet als Solitär der Verwaltungsturm des Museums Abteiberg.

Als eine von 18 Autoren würdigt Nadja Fröhlich den 1982 feierlich eröffneten Hollein-Bau als einen der konsequentesten postmodernen Museumsbauten in Deutschland. Sie bescheinigt ihm eine architekturhistorische Bedeutung von internationalem Rang. 2017 wurde das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt eingetragen und ist damit eines der jüngsten Baudenkmäler im Rheinland. Das bot nun dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland ein angemessenes Forum für die Vorstellung des 47. Jahrbuchs. „Wir sind froh und auch ein bisschen stolz darauf, dass es das Museum auf das Titelbild geschafft hat“, sagte Beigeordneter Gerd Fischer in Richtung von Landeskonservatorin Andrea Pufke und ihrem Team.

Die Gäste wiederum betonten die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt und der Museumsleitung. Pufke sprach von einem System in der Denkmalpflege, das Eigentümer, Behörden, Architekten, Handwerk und schließlich auch die Gesellschaft zusammenbringen müsse. Denn gerade bei jüngeren Denkmälern bedürfe es der Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft. Eine Denkmalliste gebe Kommunen Planungssicherheit. Das aktuelle Jahrbuch legt den Schwerpunkt auf jüngere Denkmäler, die einem besonderen Veränderungsdruck ausgesetzt seien. Denn gerade jüngere Zeugnisse drohten eher für Neubauten abgerissen zu werden. Daher müsse die Denkmalpflege immer einen Schritt voraus sein, so Pufke.

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Ein Abriss droht dem Museum Abteiberg nicht, dessen Wert unter Kennern unbestritten ist. „Wer das Gebäude verstanden hat, weiß, dass es etwas Besonderes ist. Das Grundverständnis wurde bestätigt“, kommentierte auch Fischer die Aufnahme des Museums auf die Denkmalliste und als Buchthema. Fröhlich, die sich intensiv mit dem Museumsbau beschäftigte, erinnerte beim Pressetermin an dessen Bedeutung als Initialbau für die internationale Karriere von Hans Hollein. Das Museum sei sein erster Großbau gewesen, für den der Architekt in Zusammenarbeit mit dem damaligen Museumsdirektor Johannes Cladders einen „bemerkenswerten und vielschichtigen Raum“ schuf. Es gebe kaum einen vergleichbaren Bau, der auch im Inneren so konsequent angelegt sei. Hier könne und müsse sich der Besucher frei entscheiden, da es keinen festgelegten Rundweg gibt.

In ihrem Beitrag schreibt die Autorin zum Beispiel auch über die Geschichte des städtischen Museums und das besondere Lichtkonzept, das Hollein gemeinsam mit Hans T. von Malotki entwickelte, sowie den Terrassengarten. In der Anbindung an die Stadt sei allerdings Holleins städtebauliches Konzept noch nicht richtig umgesetzt, so Fröhlich.

Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege. Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2021. ISBN 978-3-7319-1179-1. 49,95 Euro.