Mönchengladbach: Demonstrationen verliefen friedlich

Mönchengladbach : Demonstrationen verliefen friedlich

Gleich an zwei Stellen setzten Gladbacher am Samstag ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut. Morgens hatte die rechtspopulistische Bürgerbewegung "Pro NRW" eine Demonstration gegen "Asylmissbrauch" vor der Flüchtlingsunterkunft Luisental in Geistenbeck angekündigt. Das Bündnis "Aufstehen – für Menschenwürde – gegen Rechtsextremismus" hatte rund 250 Menschen zur Gegendemonstration mobilisieren können.

Gleich an zwei Stellen setzten Gladbacher am Samstag ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut. Morgens hatte die rechtspopulistische Bürgerbewegung "Pro NRW" eine Demonstration gegen "Asylmissbrauch" vor der Flüchtlingsunterkunft Luisental in Geistenbeck angekündigt. Das Bündnis "Aufstehen — für Menschenwürde — gegen Rechtsextremismus" hatte rund 250 Menschen zur Gegendemonstration mobilisieren können.

In dem Asylbewerberheim wohnen viele Menschen, die den Roma angehören. Edmund Erlemann erinnerte in seiner Ansprache an die Deportationen von Sinti und Roma im Dritten Reich. "Wir haben ihnen gegenüber eine ähnliche Verantwortung wie gegenüber Menschen jüdischen Glaubens", sagte Erlemann. Ferdinand Hoeren, Sprecher des Bündnisses "Aufstehen — für Menschenwürde", sagte an die Mitglieder von "Pro NRW" gewandt: "Fahren Sie nach Hause und denken Sie noch einmal nach." Wenn die Mitglieder der rechten Bewegung nicht zur Einsicht kämen, sollten sie ihren Namen in "Contra NRW" ändern. Unter den Gegendemonstranten waren auch SPD-Bundestagskandidatin Gülistan Yüksel und SPD-Landtagsabgeordneter Hans-Willi Körfges. Aufseiten von "Pro NRW" erschienen rund 30 Personen. Es war einer der ersten Auftritte der Bewegung nach dem vereitelten Anschlagsversuch auf den Landesvorsitzenden Markus Beisicht.

Auf beiden Seiten der Demo zeigten sich Mitglieder der Piratenpartei mit Fahnen. Zwar erlaube die Piratenpartei grundsätzlich Doppelmitgliedschaften, gegen zwei Personen, die vor einiger Zeit bei "Pro NRW" eingetreten seien, liefen jedoch bereits Ausschlussverfahren, hieß es aus Parteikreisen.

Zu einer weiteren Ansprache waren für 14 Uhr 99 Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Die Rechte" zu einer Kundgebung auf dem Europaplatz erwartet worden. Die Mitglieder trafen mit deutlicher Verspätung an und reisten gegen 16.15 Uhr zu einer weiteren Kundgebung nach Düsseldorf weiter. Die Demonstration verlief friedlich, die Gladbacher Polizei musste allerdings drei Platzverweise gegen Personen aussprechen, die "störend auftraten", wie es ein Polizeisprecher ausdrückte. Viele Passanten blieben auf dem Bahnhofsvorplatz stehen und beobachteten das Geschehen. Rund 200 Gegendemonstranten hatten sich auf dem Europaplatz versammelt.

(RP)