Mönchengladbach: Demonstration für den Mythos und gegen Stefan Effenberg

Mönchengladbach: Demonstration für den Mythos und gegen Stefan Effenberg

Es war nicht nur das Bild des "einig Volk von Brüdern", das die Borussen-Fans mit ihrem Marsch zum Borussia-Park transportieren wollten. Die Demonstration diente auch dazu, sich vor der Mitgliederversammlung eindeutig zu positionieren.

"Seit dem ersten Abstieg 1999 sind wir Fans der Mythos. Und wir müssen unseren Mythos verteidigen, denn es gibt Halunken, die den Verein übernehmen wollen", sagte der Vorsitzende des Mönchengladbacher Fanprojekts, Thomas Ludwig, während der Abschlusskundgebung auf dem Parkplatz neben dem Fanhaus. Die Intitiative um Stefan Effenberg bekam ebenso ihr Fett weg wie die jetzige Vereinsführung.

"Es kann so nicht weitergehen. Jedes Jahr werden uns auf der Jahreshauptversammlung die wirtschaftlichen Erfolge als Errungenschaft verkauft, dabei sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein. Aber wir sind ein Fußballverein und kein Wirtschaftsunternehmen", sagte Michael Weigand von der Mitgliederoffensive 2007/2011, die wie die Initiative Anträge zur Satzungsänderung eingereicht hat.

Weigand erkennt kein Konzept hinter den Plänen der Initiative. "Vom ersten Tag an wollten sie uns für dumm verkaufen, doch wir haben aufgepasst. Wir werden diese Herren nicht ans Ruder kommen lassen. Ohne uns Fans läuft hier gar nichts mehr."

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Nicht alle Fans sind jedoch so negativ gegenüber der Initiative eingestellt. "Ich halte einige Ansatzpunkte für richtig, sehe auch die Position Effenberg sehr gut. Doch ich hoffe, dass Effe mit der Offensive noch einen gemeinsamen Weg findet. Denn sonst wird keine der beiden Gruppen eine Zweidrittelmehrheit erreichen", sagte Kay Bakemeier, der nicht nur Mitglied im Fanprojekt ist, sondern mit seinem Versicherungsunternehmen auch Business-Partner der Borussia.

Mit Thomas Kastenmaier und Bachirou Salou mischten sich auch zwei Ex-Borussen unter die Fans bei der Abschlusskundgebung. "Wir sind schon länger mit Vertretern der Offensive befreundet. Wir haben uns beide Seiten angehört. Normalerweise würde ich immer hinter Effe stehen, aber nicht mit diesem Anhang", sagte Kastenmaier, der auch die Kandidatur Horst Köppels für das Präsidentenamt nicht nachvollziehen kann. "Es ist traurig. Er und Rainer Bonhof sind seit 40 Jahren Freunde. Doch das hat nichts mit Loyalität zu tun."

(RP)
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