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Mönchengladbach: Dem Museum ganz nah

Mönchengladbach : Dem Museum ganz nah

Die Abteistraße verändert sich. Vor dem Museum entsteht ein Platz, gegenüber ein Café. Es zieht Leben ein - gut für die Stadt.

Hier geschieht Bemerkenswertes. Zwischen dem Museum Abteiberg und der neuen Architektur von Burkhard Schrammen schräg gegenüber wird die Abteistraße zwischen der Anlieferung des Museums und dem Priorhaus abgesperrt - es entsteht ein Platz. Und auf dem lässt sich Einiges vorstellen. Zumal er nahtlos übergehen wird in die Außenterrasse des Cafés im unteren Geschoss des Neubaus. Und die wird ziemlich groß. Und spektakulär. Wenn es richtig heiß ist im Sommer, werden die Gäste mit farbigem Dampf abgekühlt. "Das habe ich in Utrecht gesehen", sagt Schrammen. Und er fand es so cool, dass er die Idee gleich mitnahm. "Sieht toll aus - und wirkt." Die Brücke, die von der Krichelstraße zum oberen Eingang des Museums führt, bekommt einen neuen Anstrich und wird beleuchtet. "Das wird ihr die Schwere und Massivität nehmen", ist der Architekt sicher. Die Hanglage zur Terrasse wird genutzt, indem dort Sitzstufen entstehen. "An dieser Stelle kann man sich beispielsweise auch Aktionen mit dem Museum vorstellen", sagt der Architekt.

Gute Idee. Die enge Nachbarschaft des neuen Gebäudes auf der einen Seite der Abteistraße und dem Museum auf der anderen soll genutzt werden. Von dem Café erwartet die Museumsleitung ohnehin einen großen Synergieeffekt. Denn das Café, das Architekt Hans Hollein ins Museum integrierte, ist schön, liegt aber so abgeschlagen am Rande des Gebäudes und ohne direkten Zugang von der Abteistraße aus, dass es in der Regel nur noch während großer Veranstaltungen - etwa am "Ersten Sonntag" und bei Ausstellungseröffnungen - genutzt wird.

Das Café ist mit riesigen Fenstern ausgestattet, die den Blick freigeben auf den Bereich, auf dem der Platz entstehen wird. Foto: Detlef Ilgner

Die recht extreme Hanglage des Baugrundstücks zwischen der Krichel- und der Abteistraße machte es nötig, den Architekturkomplex in Ebenen zu gliedern. Da ist die untere, in der das Café sein soll, es geht weiter hoch zu einem großen, ebenfalls lichtgefluteten Raum und noch eine Treppe höher zu einem kleineren, der einen eigenen Ausgang zur Krichelstraße hat. "Meine Idee ist, die drei Bereiche miteinander zu verbinden und einem Mieter zur Verfügung zu stellen", sagt Schrammen. Tatsächlich hat er einen Interessenten, der sich diese Kombination etwa für Café, Galerie und Buchladen oder ähnliches vorstellen kann. "Das hätte den Effekt, das das Gebäude von der Krichelstraße bis zur Abteistraße durchgängig wäre - auch umgekehrt natürlich." Für den Gastronomiebereich sind Küche, Lager- und Technikräume bereits vorbereitet. "Ich möchte, dass es im März losgeht."

(RP)