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Mönchengladbach: Decathlon: Kompromiss im Streit um die City Ost?

Mönchengladbach : Decathlon: Kompromiss im Streit um die City Ost?

Die Masterplaner wollen das französische Sportkaufhaus auf dem alten Güterbahnhofsgelände nun doch erlauben. Und der Baumarkt Hornbach könnte eine städtische Ersatzfläche erhalten – und so aus der City Ost herausgehalten werden.

Die Masterplaner wollen das französische Sportkaufhaus auf dem alten Güterbahnhofsgelände nun doch erlauben. Und der Baumarkt Hornbach könnte eine städtische Ersatzfläche erhalten — und so aus der City Ost herausgehalten werden.

Die Fronten schienen ziemlich verhärtet: Projektentwickler Aurelis, SPD und FWG auf der einen, Masterplaner, CDU, FDP und Grüne auf der anderen Seite haben diametral entgegengesetzte Vorstellungen davon, wie die Zukunft der City Ost auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs aussehen soll. Nun kommt möglicherweise Bewegung in den Streit über die Frage "Fachmarktzentrum oder Grüngürtel mit Büropark und etwas Wohnen": Fritz Otten und Ernst Kreuder, die Vorsitzenden des Vereins Masterplan 3.0, schlagen einen Kompromiss vor.

Eine Ansiedlung des Sportkaufhauses Decathlon in der City Ost widerspreche der Leitlinie des Masterplans nämlich keineswegs, sagen sie. "In Kombination zu dem neuen Bürostandort spräche städtebaulich nichts dagegen. Im Gegenteil, das könnte die Bedeutung des Oberzentrums Mönchengladbach stärken und sogar der Adressenbildung der City Ost förderlich sein", so Otten und Kreuder im RP-Interview. Bis dato lautete der Standpunkt der Befürworter des Masterplans: Decathlon ja, aber bitte als Attraktion in der City, nicht in der City Ost.

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Als nach wie vor nicht mit dem Masterplan vereinbar sehen Kreuder und Otten hingegen eine Ansiedlung des Baumarkts Hornbach. Sowohl Decathlon als auch Hornbach hatte Aurelis bereits als potenzielle Mieter an der Angel, bis die Politik die Fachmarkt-Pläne Ende 2012 durchkreuzte. Die darauf folgende Untätigkeitsklage von Aurelis gegen die Stadt war die vorerst letzte Volte in der Auseinandersetzung. "Unter städtebaulichen Gesichtspunkten ist die Fläche zu schade für einen Baumarkt", sagen Otten und Kreuder. Außerdem dürfe man sich nichts vormachen: Die Ansiedlung von Hornbach wäre keine Neu-, sondern eine Umsiedlung, da die bisherige, kleinere Fläche an der Künkelstraße aufgegeben würde. Schlimmstenfalls wäre das nur die "Verlagerung einer Brache" von der City Ost nach Eicken", sagt Kreuder.

Aber auch in der Hornbach-Frage bringen er und Otten eine mögliche Lösung aufs Tapet. Am Runden Tisch — ihm gehören neben den Masterplanern und der Verwaltung auch die Fraktionen und die städtischen Gesellschaften an — sei die Idee eines Flächentauschs geboren worden. Heißt: Man könnte Hornbach für seine Ausbaupläne eine städtische Fläche anbieten, dafür bliebe der vorgesehene Platz in der City Ost frei. Welche Fläche das sein könnte, wollen Otten und Kreuder nicht verraten. Aus der Politik ist jedoch zu vernehmen, dass es sich um das Reme-Gelände handeln soll.

Doch selbst, wenn diese Vorschläge Anklang fänden und realisiert würden, bleiben etliche Fragen offen. Vertrüge sich Decathlon mit dem Zentrenkonzept? Laut einer von Aurelis vorgelegten Untersuchung der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ja, andere Experten sagen nein. Würden die Straßen am Reme-Gelände die Verkehre verkraften, die ein Baumarkt generiert? In der Fachverwaltung wird das dem Vernehmen nach skeptisch gesehen werden.

Als Leuchtturm-Ansiedlung, die der City Ost Auftrieb verleiht, sähen Kreuder und Otten übrigens einen Neubau der Stadtverwaltung, die dort ihre 25 Einrichtungen zusammenzöge. Und: Bei der Immobilienmesse Expo Real im Herbst soll der Bürostandort City Ost erstmals angepriesen werden, zusammen mit dem ganzen Masterplan-Konzept.

(RP)