Mönchengladbach: Dealer versteckte Handbeil im Pkw

Mönchengladbach : Dealer versteckte Handbeil im Pkw

Wegen Rauschgifthandels müssen sich seit gestern ein Mönchengladbacher (35) und ein Niederländer (49) vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Laut Anklage erhielt der 35-Jährige kurz vor dem 13. Juli 2013 von zwei unbekannten Komplizen 50 Gramm Amphetamin, das er selbst konsumieren wollte. Außerdem wirft der Staatsanwalt dem Gladbacher vor, am 14. Oktober 2013 telefonisch bei dem Niederländer Amphetamin und Kokain bestellt zu haben.

Der Mönchengladbacher hat bereits eingestanden, dass ihm der Niederländer am besagten Oktoberabend ein Kilogramm Amphetamin und drei Gramm Kokain brachte, und dass er dafür 900 Euro zahlte. Das Amphetamin sei für gewinnbringenden Handel bestimmt gewesen, gab der 35-Jährige unumwunden zu. Nach Telefonüberwachungen waren die beiden Angeklagten ins Visier von Drogenfahndern geraten. An dem Oktoberabend wurden in der Wohnung des Gladbachers die Rauschgift-Mengen, eine Luftdruckpistole, Feinwaagen und Verpackungsmaterial gefunden. Und der Niederländer hatte in seinem Fahrzeug unter dem Fahrersitz ein Handbeil und auf dem Beifahrersitz ein Taschenmesser griffbereit gehalten.

Bereits zu Prozessbeginn hatten sich die Männer auf der Anklagebank als jahrelange Drogenkonsumenten zu erkennen gegeben. Der Niederländer, ein ehemaliges Mitglied eines Motorradclubs, war nach einem schweren Motorradunfall 1991 mit Kokain in Berührung gekommen. Ein Autofahrer habe ihm damals die Vorfahrt genommen, erinnerte sich der 49-Jährige. Da sei er gestürzt und habe dabei noch zwei Kinder "erwischt" und verletzt. Danach war er erwerbsunfähig und Rentner. "Seitdem nehme ich regelmäßig Kokain gegen die Schmerzen", erklärte der Angeklagte. Auch der jüngere Mitangeklagte gab zu, nach Jahren bei der Bundeswehr, Amphetamine zu konsumieren. "Mit einem Sicherheitsdienst klappte es anfangs gut", erinnerte er sich gestern. Doch dann habe er wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ins Gefängnis gemusst und mit Schulden wieder neu anfangen müssen, bedauerte er.

Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)