Mönchengladbach: Dauereinsatz für das DRK

Mönchengladbach: Dauereinsatz für das DRK

16 Jugendliche des Mönchengladbacher Deutschen Roten Kreuzes simulierten einen 24 Stunden langen Dienst in einer Rettungswache. Dabei mussten sie mehrmals zu Einsätzen ausrücken, die praxisnah nachgestellt wurden.

Mit Blaulicht und in schneller Fahrt rasten am Samstag Morgen mehrere Wagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in das Hauptquartier (JHQ) nach Rheindahlen. An der dortigen Feuerwache war ein blauer Pkw gegen eine Mauer geprallt — die beiden Insassen eingeklemmt und verletzt.

Foto: Reichartz,Hans-Peter

Was manchem Passanten vielleicht als schrecklicher Unfall erschien, war nur eine Übung und die beiden Personen im Wagen Mitglieder des DRK, die nur so taten als seien sie verletzt. Das Szenario war ein Teil des Rettungswachen-Tages, bei dem 16 Jugendliche des Mönchengladbacher DRK praxisnahe Einblicke in die Arbeit der erwachsenen Rotkreuzler bekamen.

Durch die Heckscheibe in das Auto

"Die Übung dauert 24 Stunden. Dabei simulieren die Jugendlichen einen kompletten Tag in einer Rettungswache. Bei richtigen Einsätzen dürfen sie noch nicht mitfahren", erklärte René Hartmann. Der Leiter der Neuwerker DRK-Einheit war an der Planung der 24-Stunden-Übung beteiligt. "Wenn die Jugendlichen zu den Einsatzorten kommen, finden sie Situationen wie im Ernstfall vor", sagte er. Stationiert waren die Jugendlichen während der Aktion in der Feuerwache Rheindahlen.

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Das verunglückte Auto im JHQ war die erste Übung. Dabei lernten die Jugendlichen, dass sie mit der Feuerwehr zusammenarbeiten müssen. Während die damit beschäftigt war, den Unfallwagen zu zerlegen, kletterte Philipp Eußem durch die zerschlagene Heckscheibe in das Wageninnere und übernahm die Erstversorgung. Dabei standen immer die Köpfe der Verunglückten im Mittelpunkt. Sie schützte der Jugendliche vor absplitternden Teilen.

"Bei uns am Gymnasium mache ich beim Schulsanitätsdienst mit. Die Ausbildung dafür bekamen wir beim DRK", erinnert er sich. So sei er dort hängen geblieben und habe nun so viel Spaß daran, dass er nach dem Abitur Medizin studieren möchte. "Ich möchte auf jeden Fall eine Ausbildung im Rettungsdienst machen", verriet er während der Übung. Dass er dabei mit vielen Situationen rechnen muss, lernte er beim Rettungswachen-Tag. "Eine solche Übung habe ich noch nie gemacht", erzählte Philipp Eußem.

Der Autounfall war nicht der einzige Einsatz. In einigen Privatwohnungen fanden die Jugendlichen Menschen, die einen Herzinfarkt, Augenverletzungen und einen epileptischen Anfall hatten. Auf dem Gelände des THW im Nordpark wurde eine Explosion mit zahlreichen Verletzten simuliert und auf einer Skaterbahn fanden sie nachts eine hilflose Person.

Ebenfalls in der Dunkelheit mussten sie zu einem Parkplatz ausrücken, auf dem sich ein Mann das Leben nehmen wollte. Kurz nach Mitternacht führte der Weg wieder in das Hauptquartier. Dieses Mal wurde eine Person vermisst.

(cli)
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