Mönchengladbach: Das Urteil gegen Salafistenprediger Sven Lau ist rechtskräftig

Mönchengladbach : Das Urteil gegen Salafistenprediger Sven Lau ist rechtskräftig

Der Mönchengladbacher Sven Lau war im Juli 2017 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt. Trotzdem könnte Lau im kommenden Jahr schon wieder auf freien Fuß kommen.

Oberlandesgericht hatte den Mönchengladbacher zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. 2019 könnte Lau wieder auf freien Fuß kommen.

Der Mönchengladbacher Sven Lau war im Juli 2017 zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt. Trotzdem könnte Lau im kommenden Jahr schon wieder auf freien Fuß kommen. Lau ist vom Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) wegen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen worden. Er habe die islamistische Miliz Jamwa unterstützt und dabei etwa in Syrien Islamisten als Kämpfer für den Dschihad vermittelt, befanden die Richter damals.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil des Oberlandesgerichts überprüft und war zu dem Schluss gekommen, dass es keine Rechtsfehler enthält. Damit ist das Urteil nun gültig. Der Beschluss datiert bereits auf den 4. April 2018. Lau habe die Entscheidung des Bundesgerichtshofs sehr gefasst zur Kenntnis genommen, teilte sein Anwalt Mutlu Günal auf Anfrage der Redaktion mit. Der Verteidiger fand für die Entscheidung des BGH harsche Worte: "Der Staat wollte sich damit für die Scharia-Polizei rächen." Lau hatte mit der Scharia-Polizei deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, als er 2014 mit einer Gruppe Salafisten in "Uniform" durch Wuppertal patrouilliert war.

Der Terrorprozess vor dem OLG Düsseldorf hatte zehn Monate gedauert und war bisweilen zäh, weil viele Zeugen sich auf ihr Auskunftsverweigerungsrecht beriefen. Ein Kronzeuge Ismail I. hatte Lau schwer belastet. Lau sitzt seit 2015 in Haft. Unter Umständen könnte er im kommenden Jahr nach zwei Dritteln der Haftstrafe wieder auf freien Fuß kommen.

In Mönchengladbach war Sven Lau im August 2010 in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Zu diesem Zeitpunkt war bekanntgeworden, dass eine salafistische Islamschule von Braunschweig nach Eicken verlagert werden soll. Sicherheitsbehörden warnten schon damals vor der "hochgradig radikalisierungsfördernden Strömung", die ein "geistiger Nährboden für Terroristen" sei. Der mittlerweile aufgelöste salafistische Verein "Einladung zum Paradies", dessen erster Vorsitzender Sven Lau zeitweise war, hatte für den Moscheeausbau mit Islamschule Geld gesammelt. Eine halbe Million Euro seien in nur zwei Jahren aus Spenden zusammengekommen, hieß es im Prozess. Mehr als 200.000 Euro seien für das Moscheegelände ausgegeben worden, der Rest verschwunden. "Wo das Geld geblieben ist, wissen wir nicht", hatte ein Kriminalbeamter vor Gericht ausgesagt.

2014 hatte Sven Lau schon einmal wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft gesessen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ließ aber kurz darauf die Anklage fallen, weil es Zweifel gab, ob die Vorwürfe für eine Verurteilung reichen würden.

(RP)
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