Mönchengladbach: Das Sterben der Hauptschulen

Mönchengladbach : Das Sterben der Hauptschulen

Zwölf Hauptschulen gibt es zurzeit noch in der Stadt. Doch bald könnten es weniger als die Hälfte sein. An fünf Standorten ist die Auflösung bereits beschlossene Sache. Nun sind zwei weitere Hauptschulen in Rheydt gefährdet.

In Wickrath schließt die Hauptschule zum Ende des Schuljahres, die Hauptschulen Asternweg, Eicken und Aachener Straße folgen ein Jahr später. Und die auslaufende Auflösung der katholischen Hauptschule Stadtmitte ist ebenfalls beschlossene Sache. Das scheint aber noch nicht zu reichen.

Wieder einmal haben zwei Hauptschulen so wenig Anmeldungen, dass sie nur jeweils eine Eingangsklasse bilden können. Zu wenig. Zumindest, wenn es nach dem Schulgesetz geht. Das besagt, dass ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb erst ab einer Zweizügigkeit gegeben ist.

Rein nach dem Papier ist das bei den Hauptschulen Dohler Straße und Frankfurter Straße nicht der Fall. Und so wird im neuen Schulentwicklungsplan die Frage gestellt, ob einer oder sogar beide Standorte mittelfristig aufgegeben werden müssen. Blieben von derzeit zwölf Hauptschulen nur noch fünf.

Vorlaufzeit für Sekundarschule

Fakt ist: Das Interesse an der Schulform Hauptschule ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, obwohl die Schulen gute Arbeit leisten und die Lehrer engagiert sind. Nach der ersten Anmelderunde können einzelne Hauptschulen oft nur einstellige Schülerzahlen verzeichnen, was aber immer strikt geheim gehalten wurde. Veröffentlicht wurden bislang immer nur die Ergebnisse nach der zweiten Anmeldephase.

Dann hatten sich die Klassen mehr oder weniger gut gefüllt, weil die Kinder nachrückten, die an den Gesamtschulen keinen Platz gefunden hatten. Das waren pro Jahr immerhin um die 500. Der überwiegende Teil (60 Prozent) hatte eine Hauptschulempfehlung oder eine Realschulempfehlung mit Einschränkung.

Die Situation könnte sich nun durch die Inklusion, also das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern, ändern. Wobei die Betonung auf "könnte" liegt. Denn wie Schuldezernent Dr. Gert Fischer im Schulausschuss erklärte, könne niemand vorhersagen, wie viele Eltern in Zukunft ihre Kinder auf die Regelschule statt auf eine Förderschule schicken. Beschert die Inklusion den Hauptschulen mehr Schüler, sorgt das für eine Stabilisierung dieser Schulform, dafür müssen eventuell Förderschulen geschlossen werden.

Eine weitere Möglichkeit: Mönchengladbach richtet eine Sekundarschule ein. Laut Schulentwicklungsplan wäre eine der Rheydter Hauptschulen ein möglicher Teilstandort dafür. Doch eine schnelle Umsetzung eines solchen Planes ist nicht möglich. Den Zahn zog Regierungsschuldirektor Jürgen Volkmer den Befürwortern im Schulausschuss schnell.

Für eine Sekundarschule müssten zunächst eine andere Schule aufgelöst und überzeugende Konzepte erstellt werden. Lehrerkollegien müssten befragt werden und vieles mehr. Innerhalb weniger Monate sei das nicht zu schaffen, so Volkmer. Geht es nach der Verwaltung, dann wird es eine Elternbefragung zum Thema Sekundarschule geben. Dies sei ein geeigneter Weg, um festzustellen, ob es einen Bedarf gibt.

(RP/rl)