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Mönchengladbach: Das sind unsere neuen "Schutzleute"

Mönchengladbach : Das sind unsere neuen "Schutzleute"

26 Bezirksbeamte - darunter sind zwei Frauen - sorgen in den Stadtteilen für den engen Kontakt zwischen Bürger und Polizei. Vier traten ihren Dienst jetzt neu an, einer veränderte seinen Einsatzort. Wir stellen sie vor.

Joerg Baumann (56) bezeichnet sich als "Landkind", weil er in Bracht (Kreis Viersen) lebt. Dabei war und ist er in Wirklichkeit auf allen Weltmeeren unterwegs: Der neue Bezirksbeamte für Rheindahlen fuhr mehr als acht Jahre zur See und liebt noch heute Kreuzfahrten. Den gelernten Schlosser hat es nach der Zeit bei der Marine zur Polizei gezogen, er ist viele Jahre Streife gefahren und seit drei Jahren in Gladbach. Die Stadt mag er - nicht zuletzt wegen Borussia: Er hat eine Dauerkarte für die Nordkurve. Und er liebt seine neue Aufgabe. "Das ist so persönlich. Die Bürger erzählen mir, was sie bedrückt, und freuen sich, wenn ihnen jemand zuhört."

 Ein Fußballer mit Gardemaß ist zuständig für Rheydt-Mitte: Mario Eßer.
Ein Fußballer mit Gardemaß ist zuständig für Rheydt-Mitte: Mario Eßer. Foto: Dieter Weber

Mario Eßer (53) ist der Polizist, den Polizeipräsident Mathis Wiesselmann morgens als ersten sieht. Denn wenn er zur Dienststelle fährt, kommt er in der Regel über die Nordstraße. Und da sorgt der für Rheydt-Mitte zuständige Eßer inzwischen dafür, dass die Kinder sicher zur dort ansässigen Grundschule kommen. Der "Schutzmann" mit Gardemaß hat zunächst in seinem Bezirk hospitiert und sich dann entschieden, die Aufgabe des Bezirksbeamten zu übernehmen. "Ich trete hier in große Fußstapfen. Mein Vorgänger Ralf Rieck ist hier eine Institution", sagt Eßer. In seiner Freizeit spielt er Fußball bei den Alten Herren des SV Brachelen.

 Er ist die Seele der Bezirksbeamten-Gruppe: Ralf Rieck.
Er ist die Seele der Bezirksbeamten-Gruppe: Ralf Rieck. Foto: Dieter Weber
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Ralf Rieck (61) ist diese "Institution". Seit 2004 war er für Rheydt-Mitte zuständig, künftig schaut er rund um den Schmölderpark und in Hockstein nach dem Rechten: "Ich habe meine Kindheit an der Eisenbahnstraße verbracht und die Katholische Grundschule Bäumchesweg besucht. Ich kenne die Gegend." Rieck hat Elektriker gelernt und lange in diesem Beruf gearbeitet, ehe er sich bei der Polizei bewarb. Seit 1984 ist er bei der Gladbacher Polizei und ein Bezirksbeamter aus dem Bilderbuch: freundlich, bürgernah, zupackend. In seiner Freizeit fährt er Motorrad (Oldtimer) und ist Schrecken aller Einbrecher: Rieck bastelt Alarmanlagen.

 Plauscht gerne mit den Bürgern in Giesenkirchen: Dietmar Dohmen.
Plauscht gerne mit den Bürgern in Giesenkirchen: Dietmar Dohmen. Foto: Dieter Weber

Dietmar Dohmen (51) ist der Familienmensch unter den neuen Bezirksbeamten: Er hat drei Töchter und drei Enkel - und "auf Enkel aufpassen" zählt er zu den Freizeitaktivitäten. Dohmen ist für Giesenkirchen zuständig, und das ist für ihn nach mehreren Stationen im Polizeidienst eine Herausforderung. "Als Bezirksbeamter ist man nicht anonym unterwegs. Da kennen die Bürger ihren Polizisten", sagt er. Das hat er hautnah erlebt, wenn zu ihm in der Polizei-Dienststelle im Giesenkirchener Rathaus mal jemand vorbeischaut, um "etwas aus seinem Leben zu erzählen". Dohmen mag das - "denn ich repräsentiere den klassischen Schutzmann".

 Hat ein waches Auge auf das "heiße Pflaster" Odenkirchen: Paul Birker.
Hat ein waches Auge auf das "heiße Pflaster" Odenkirchen: Paul Birker. Foto: Dieter Weber

Paul Birker (52) war wie viele seiner Kollegen früher beim Bundesgrenzschutz und ist später zur Polizei gegangen. Zehn Jahre war er in der Polizei-Leitstelle, viele Jahre ist er im Streifenwagen unterwegs gewesen. "Da muss man schauen: Wer macht was falsch? Wer ist verdächtig? Jetzt habe ich Zeit, einfach mal mit der Blumenfrau auf dem Markt zu erzählen", sagt er. Sein Vorgänger hat ihm mitgegeben, dass Odenkirchen vor ein paar Jahren aus polizeilicher Sicht ein "heißes Pflaster" war und er, Birker, den Stadtteil im Blick behalten muss. "Ich werde ein Auge darauf haben, dass es ruhig bleibt", sagt der Dülkener.

DIETER WEBER (TEXT UND FOTOS)

(RP)