Mönchengladbach: Das sind die neuen Fit-für-Zehner

Mönchengladbach: Das sind die neuen Fit-für-Zehner

Rund 180 Frauen und Männer starten in den nächsten Tagen in ihr halbjähriges Sportprogramm. In der Nordic-Walking- oder in der Laufgruppe trainieren sie für zehn Kilometer. Vor ihnen waren bereits mehr als 1500 Teilnehmer erfolgreich.

Wenn sich die Laufbetreuer von "Fit für 10" den neuen Teilnehmern vorstellen, bekommt Günter Mommerskamp immer eine Sonderaufgabe: Er erzählt, was er erlebt hat, als er bei der Gemeinschaftsaktion von Rheinischer Post, NEW und Stadtsparkasse mitgemacht hat. Denn fast alle Laufbetreuer haben ihre eigene "Fit-für-10"-Vergangenheit. "20 Kilo schwerer war ich und saß da . . .", beginnt Mommerskamp dann und zeigt auf den Platz in der NEW-Cafeteria, den er vor einigen Jahren als Laufnovize besetzt hatte. Und wenn er berichtet, wie er nach dem Bücken und Schnüren der Sportschuhe von der Pulsuhr sofort ausgebremst wurde, weil er die Belastungsgrenze überschritten hatte und wie ihn die Fahrerin eines Elektrorollstuhls bei Trainingseinheiten in Venn regelmäßig überholt hatte, dann ist das Eis gebrochen.

Denn sein Beispiel macht deutlich: "Fit für 10" setzt beim Einstieg keine hohen sportlichen Hürden und holt die Teilnehmer da ab, wo sie stehen. Rund 180 stiegen jetzt bei der zwölften Auflage mit Seminaren in das halbjährige Trainingsprogramm ein - jeweils 90 in der Lauf- und der Nordic-Walking-Gruppe. Conny Kerkhoff leitete mit ihrem Betreuerteam die Nordic Walker an, der Sportarzt Michael Fritz ist für die Laufgruppe zuständig. Seit 2007 gibt es "Fit für 10", und mehr als 1500 Frauen und Männer haben die Aktion schon erfolgreich beendet. Gemeinsames Ziel ist in jedem Jahr der NEW-Volksbadlauf: Da überqueren die Teilnehmer im Laufschritt oder als Nordic Walker nach zehn Kilometern die Ziellinie. Bis zum 9. September haben die beiden diesjährigen Gruppen Zeit, um sich dafür fit zu machen.

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Doch "Fit für 10" ist mehr als nur ein Sportprogramm, bei dem Nordic Walker lernen, wie sie mit Stöcken dynamisch gehen und Lauf-Teilnehmer mit dreimaligem wöchentlichen Training ihre Ausdauer steigern. Sportmediziner Fritz und Nordic-Walking-Trainerin Kerkhoff machen in ihren Seminaren den "Zehnern" deutlich, wie sie mit Sport ihrem Leben einen neuen Sinn geben und wie sie gezielt gegen gesundheitliche Beeinträchtigungen vorgehen können. Michael Fritz greift in seinem Vortrag immer auf die Kunstfigur Paul Schmitz zurück: Der 60-Jährige ist vermeintlich nicht richtig krank, fühlt sich aber auch nicht richtig gesund und hofft darauf, dass der Doktor ihm gegen seine Beschwerden Tabletten verschreibt. Und wenn der Arzt Michael Fritz unverblümt davon spricht, dass er im Fall von Paul Schmitz eigentlich nur noch ein gesundheitliches Insolvenzverfahren abwickeln kann, dann wirkt das Lächeln der Laufteilnehmer in jedem Jahr zunächst etwas gequält. Denn in Paul Schmitz erkennen sich viele wieder, auch wenn sie die 60 Jahre meist noch nicht erreicht haben. Aber da ist auch ihre Chance. "Es gibt ein Mittel, das dem jungen Paul Schmitz geholfen hätte, ihm sogar noch im Alter von 60 Jahren hilft, seine gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Das ist Sport", schlussfolgert Fritz in seinen Seminaren. An dieser Stelle hellen sich jedes Jahr die Mienen der Teilnehmer wieder auf: Sie haben den Umkehrprozess eingeleitet.

Die Nordic Walker werden angeleitet von Cheftrainerin Conny Kerkhoff und ihrem Betreuerteam. Links NEW-Marketingchef Daniel Pelzer. Foto: Hans-Peter Reichartz
(biber)