Mönchengladbach: Das Passivhaus ist fertig

Mönchengladbach : Das Passivhaus ist fertig

Wie ein Luxusdampfer scheint sich das Passiv-Mehrfamilienhaus aus dem Fliescherberg in die Lüpertzender Straße zu schieben. Sieben Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten sind entstanden, am Freitag wird gefeiert.

Manchmal fragt sich Melanie Faßbender, was sie eigentlich verbrochen hat, dass sie seit Monaten so viel Organisationsstress bewältigen und Mühe auf sich nehmen muss. "Das Haus ist schon eine riesige Herausforderung, und wenn ich nicht so gute Leute gehabt hätte, wäre ich sicher das eine oder andere Mal verzweifelt", sagt sie.

Das Haus: Das ist der "Wohntraum am Fliescherberg", der so gut wie fertig gestellt ist, was am Freitag kräftig gefeiert wird. Gute Leute: Damit meint die Bauherrin die Handwerker, die an der innovativen Architektur samt aufwändiger Technik unentwegt ihr Können unter Beweis stellen mussten.

Baustelle Tag und Nacht vor Augen

Als Passivhaus errichtet, kommen die sieben Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten komplett ohne herkömmliche Heizungssysteme aus. "Das Bauunternehmen Kreuder hat alle Gewerke hervorragend koordiniert", lobt die Investorin.

Bauleiter Oliver-Walter Schilden hat in den vergangenen Monaten wahrscheinlich mehr Zeit an der Lüpertzender Straße als zu Hause verbracht. Melanie Faßbender hatte die Baustelle sogar Tag und Nacht vor Augen. Sie wohnt in der ehemaligen Kühlen-Villa oberhalb des neuen Wohnhauses.

Bis auf eine Wohnung sind alle Einheiten verkauft. Zwischen 2700 und 3200 Euro haben die neuen Eigentümer für den Quadratmeter gezahlt. Dafür haben die Bewohner maximal 20 Euro pro Monat für Wärme und Warmwasser aufzubringen.

Durch die spezielle Gebäudehülle werden Wärmeverluste vermieden. So bleibt die Energie in den Räumen. Entweichende Wärme wird auf ein Minimum reduziert, gleichzeitig werden anfallende Wärme und das ins Haus einfallende Sonnenlicht optimal genutzt.

Die Wohnungen liegen größenmäßig zwischen 52 und 127 Quadratmetern, das Penthouse erstreckt sich sogar über 220 Quadratmeter. In zwei der wunderschön zugeschnittenen Wohnungen werden Borussen-Spieler ihr Domizil haben, in eine ist eine Zahnarztpraxis gezogen.

Durch das Ton in Ton gehaltene, sehr moderne Treppenhaus gelangen die neuen Bewohner in ihre lichtdurchfluteten Reiche mit schönen Holzböden, tollen Bädern und reichlich Platz. Zu jeder Wohnung gehört ein ansprechend großer Balkon.

Im frühen 13. Jahrhundert wird die Flieschermühle am Fuß des Abteibergs zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name stammt wohl von einem kleinen Bach, der zum Gladbach führte. Das Haus stand genau da, wo jetzt der "Wohntraum" entstanden ist. Das alte Mühlrad hat Melanie Faßbender in den Plattenbelag vor dem Haus einarbeiten lassen. Am Freitag soll es eine Inschrift erhalten.

(RP)
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