Mönchengladbach: Das orangene Etwas auf einer Wiese

Mönchengladbach: Das orangene Etwas auf einer Wiese

Die Autorin fand an der Hermann-Piecq-Allee eine alte Apfelsinenschale.

Nach den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs war meine Mutter froh, mit meiner Schwester, Jahrgang 1937, und mir, Jahrgang 1942, im Jahre 1948 endlich wieder eine eigene Wohnung in Mönchengladbach beziehen zu können. Wir waren bei dem großen Angriff im August 1943 mit Geschäft und Haus an der unteren Hindenburgstraße total ausgebombt. Mein Vater war vermisst - in Russland!

Meine Mutter stand mit uns Kindern allein und völlig mittellos auf der Straße. Wir hatten dann aber das Glück, durch unseren Onkel mit zur Evakuierung nach Pirna in der Nähe von Dresden zu gelangen, wo wir leider erneut von den Kriegsereignissen eingeholt wurden, nämlich der Zerstörung Dresdens in der Nacht zum 14. Februar 1945. Später, zurück in der Heimat, kamen wir zunächst provisorisch bei Verwandten in Schiefbahn unter. Wir wohnten also jetzt an der Bettrather Straße, wo wir Kinder auch noch gefahrlos und vergnüglich auf der Brücke spielen konnten (Hinkeln, Seilchenspringen, Kreisel schlagen).

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Um das Umfeld zu erkunden, spazierten meine Schwester und ich den Fußweg hinab zur Hermann-Piecq-Allee, als uns auf dem Rasen ein unbekanntes, leuchtend orangefarbiges Etwas ins Auge sprang. Wir nahmen es auf und waren überwältigt von dem unbekannten Duft, der uns umgab. So etwas war unseren Nasen völlig fremd. Noch immer fasziniert, zeigten wir unseren Fund unserer Mutter, die das "Geheimnis" lüftete, nämlich dass es sich um die angetrocknete Schale einer Apfelsine handelte.

(RP)
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