Dünn: Das Gotteshaus, ein Kapellchen

Dünn : Das Gotteshaus, ein Kapellchen

Nein, die Kapelle darf nicht kaputtgehen. Es stand aber nicht gut um das Dünner Wahrzeichen, das der Neuwerker Künstler Willi Wirtz im Honschaftsemblem verewigt hat.

Vor gut 150 Jahren hatten die Vorfahren der Honschaftsbewohner die kleine Kapelle an der Dünner Straße gebaut. Auf einem Bauplatz, den der Volksmund "de Insel" nannte. Schon damals wurde in der Nachbarschaft für den Bau der Kapelle gesammelt. Doch im Jubiläumsjahr 2005 war klar: Unsere kleine Kapelle ist baufällig. Nur wie sollte man das anstellen?

Der Kirche gehört die Kapelle zwar, aber die Honschaft hat sich verpflichtet, sich um ihre Kapelle zu kümmern. Also sammelten Vorstandsmitglied Karl-Heinz Goertz und seine Mitstreiter Spenden. Insgesamt 13 000 Euro waren notwendig, die Kapelle war nämlich völlig baufällig. Selbst Kriesschäden waren vereinzelt noch zu sehen. Die Arbeiter und die Dünner selbst machten sich ans Werk, auch wenn noch nicht die ganzen Kosten gedeckt waren. Im November 2007 konnte die Kapelle dann wieder eröffnet werden.

Jeden Abend eine Kerze

Dann konnte sich auch Maria Hoyer wieder der Kapelle widmen. Ihre Familie kümmert sich seit der Erbauung der Kapelle im Jahr 1855 um das Gotteshäuschen. Die Seniorin (82 Jahre) entzündet jeden Abend eine Kerze in der Kapelle, wie ihre Vorfahren der Familie Kamps es 1855 versprochen hatten. Die Nachbarn zünden auch hin und wieder eine Kerze an, am Wochenende, wenn Borussia spielt. Und ein bislang anonymer Gläubiger schiebt vor jedem Wochenende drei Teelichter durch das Gitter, die Maria Hoyer dann auf den Altar stellt. Wenn es sein muss, putzt sie die Kapelle und befreit sie auch vom Laub, der durch das gusseiserne Tor herein weht. "Wir stecken viel Arbeit in unser kleines Kapellchen", sagt Konrad Willkomm.

Nun wird in diesem Jahr zum Jakobsbrunnenfest für die Dünner Kapelle Spenden gesammelt.

(RP)
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