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Mönchengladbach: Das DRK simulierte eine Gasexplosion

Mönchengladbach : Das DRK simulierte eine Gasexplosion

Auf dem Übungsgelände in Güdderath trainierten die Retter die Bergung von Verletzten.

Unter Blaulicht fuhren am Samstag Nachmittag zwei Einsatzeinheiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach Güdderath. In einem Zeltlager auf dem Gelände des DRK am Klosterhofweg hatte es eine Gasexplosion gegeben, bei der 15 Menschen teils schwer verletzt wurden. Die rund 60 Einsatzkräfte bargen die Opfer und bauten ein Zelt auf, um die Verletzten zu versorgen.

Was schlimm klingt, war gar nicht so ernst. Bei dem Szenario handelte es sich um eine Übung, wie sie das DRK regelmäßig durchführt. "Das ist wichtig, damit bei einem Einsatz jeder weiß, was er zu tun hat und wo er in welchem Wagen das benötigte Material findet", sagt René Hartmann. Der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter erklärte, wie bei einem realen Einsatz vorgegangen würde: "Nachdem man sich einen Überblick verschafft hat, werden die Verletzten in Kategorien eingeteilt. Es werden zuerst die geborgen, die schwer verletzt sind." Das funktionierte bei der Übung in Güdderath perfekt. Zuerst holten die ehrenamtlichen Retter Personen aus dem Zeltlager, die kaum noch eine Reaktion zeigten, und brachten sie in Rettungswagen. Danach kümmerten sie sich um die leichter verletzten Opfer. Eines von ihnen wurde von Johanna Schmitz dargestellt. Sich scheinbar vor Schmerzen windend, kreischte sie um Hilfe und geriet in Panik, als nicht sofort ein Retter kam. Ihre Bergung gestaltete sich deswegen schwierig, weil ihr ein Schraubenzieher im Oberschenkel zu stecken schien. "Ich spiele bei Übungen öfters Opfer. Man muss sich richtig in die Situation hineinversetzen, damit es echt wirkt", erzählte Schmitz. Damit das klappt, lernen die Laienschauspieler in Seminaren, wie sich Opfer verhalten. Diese werden bei den Übungen von Jugendrotkreuzlern dargestellt und täuschend echt geschminkt.

"So wie sich unsere Übungsopfer verhalten, ist es auch bei den Einsätzen. Das Szenario ist sehr nah an der Realität", lobte Hartmann die Schauspieler. Auch die panischen Schreie der Verletzten wirkten echt. Ein realer Einsatz sei dennoch immer etwas anderes. "In der Realität sind wir selten die Ersten am Unfallort. Da werden wir meist von der Feuerwehr als Unterstützung angefordert", erklärt Hartmann. Doch auch dann gilt es, Opfer zu bergen. Hartmann selber erlebte einen solchen Einsatz während der Loveparade in Duisburg. In Gladbach sei der Gasunfall in Güdderath im August 2008 einer der größten Einsätze gewesen. "Unsere Übungen sind fordernd für die Retter. Nur so können sie sich auf den Ernstfall vorbereiten", sagt Hartmann. Neben dem Bergen der Opfer gehört der Abtransport der Verletzten, die Versorgung mit Strom aus Aggregaten und der Aufbau von Zelten mit dazu.

(cli)