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Das Ding des Jahres 2019: Fahrradschlauch „Gaadi“ aus Mönchengladbach gewinnt erste Ausgabe

„Ding des Jahres“ auf Pro Sieben : Gladbacher Fahrradschlauch-Tüftler gewinnen zweite Ausgabe

Ohne viel Werkzeug, Schmutz und schneller soll sein Einbau funktionieren: Die Mönchengladbacher Gabriel Petrovan und Dana Fischer stellen einen revolutionären Fahrradschlauch bei der TV-Show „Das Ding des Jahres“ vor. Und gewannen die zweite Ausgabe.

Wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, lockt ein Ausflug in die Natur umso mehr. Man holt das Fahrrad aus der Garage, schwingt sich auf den Sattel und dann: Puff, ist der Reifen platt. Diese Erfahrung hat Gabriel Petrovan selbst schon oft gemacht. Und gerade bei den aufwendig montierten Hollandrädern seiner Familie ist der Schlauchwechsel eine wahre Geduldsprobe. „Das muss doch einfacher gehen“, sagte Petrovan zu seinem Freund Adi Jetten eines Nachmittags bei einer Reparatur in seiner Garage.

Kurzerhand schnitt er einen kreisrunden Fahrradschlauch einmal durch, sodass eine offene Schlauchwurst entstand. Diese konnte er ohne viel Aufwand – und vor allem ohne das Rad komplett zu demontieren – in den Reifen einführen. Anschließend verklebte er die Schlauch-Enden wieder miteinander. „Natürlich war das noch laienhaft und hat beim Fahren ganz schön geholpert, aber die Idee stimmte“, erinnert sich der gelernte Maschinenbauingenieur.

Dass er vor rund fünfzehn Jahren schon den richtigen Riecher hatte, wollte Petrovan zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Dana Fischer nun bei der ProSieben TV-Show „Das Ding des Jahres“ am Dienstagabend unter Beweis stellen.

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In jeder Ausgabe der Sendung stellen sich zehn Tüftler mit ihren Erfindungen in fünf Duellen einer Jury und dem Urteil des Publikums. Die vier Jurymitglieder, bestehend aus Joko Winterscheidt, Lena Gercke, Lea-Sophie Cramer und REWE-chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog, testen stellvertretend für die Zuschauer die präsentierten Erfindungen auf ihre Alltagstauglichkeit, stellen kritische Fragen und geben ihre persönliche Meinung ab. Welche Erfindung das Duell jedoch gewinnt, am Ende ins Finale einzieht und so die Chance auf 100.000 Euro hat, entscheidet allein das Publikum.

Und die Gladbacher Radtüftler überzeugten das Publikum und setzten sich gegen die harte Konkurrenz durch.

Joko Winterscheidt zeigte sich begeistert: „Das ist einfach supersimpel und für einen Idioten wie mich, der das nicht könnte, idiotensicher.“

Jury-Mitglied und Erotikshop-Gründerin Lea-Sophie Cramer war hin und weg. „Das ist so unschlagbar, weil es Millionen Fahrräder gibt, die das alle gebrauchen können. Ich wüsste gar nicht mehr, warum man einen Schlauch ohne zwei Enden kaufen würde. Deswegen finde ich das gigantisch, was ihr da gemacht habt.

Der Fahrradschlauch trägt übrigens den Namen „Gaadi“ – eine Mischung der beiden Vornamen der Erfinder Gabriel und Adi. Ein Vorteil des „Gaadi“-Schlauches ist zum einen die einfache Montage: Nur fünf Minuten soll ein Schlauchwechsel dauern. Außerdem versprechen die Erfinder weniger Werkzeug-Bedarf und keine dreckigen Hände. Auch überzeugend für das Publikum und die Jury. Der Preis. 11,99 Euro soll der Schlauch kosten. Ein normaler Schlauch kostet ungefähr acht Euro.

Vorab haben die Tüftler den Schlauch ausgiebig getestet, unter anderem am Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen. Inzwischen hat der Schlauch bereits mehrere Preise gewonnen. Für seinen innovativen Ansatz wurde er mit dem „Eurobike Award 2013“ und dem niederländischen „Fiets Innovatie Award 2013” ausgezeichnet.

Ab Mai wollen die Erfinder den Fahrradschlauch in Mönchengladbach herstellen. Das war Erfinder Petrovan wichtig: „Wir wollen mit unserem Fahrradschlauch den regionalen Wirtschaftsstandort unterstützen.“