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Mönchengladbach: Daniela Klug: Mit Buddha in einem Boot

Mönchengladbach : Daniela Klug: Mit Buddha in einem Boot

Mit einer Rucksackreise nach Asien hat alles angefangen: Jetzt setzt sich die Mönchengladbacherin Daniela Klug für aids- und krebskranke Waisenkinder in Kambodscha ein. Ihren Wohnsitz in Deutschland gibt sie dafür auf.

Mit einem 20 Kilogramm schweren Rucksack machte sich Daniela Klug aus Hardt auf den Weg nach Asien. Ohne einen Plan, ohne ein Ziel. Nach vier Monaten kehrte die 32-Jährige schließlich aus Kambodscha zurück. Im Gepäck: jede Menge Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen sowie einen Plan fürs Leben. Jetzt will sie in das Land zurück, dessen Menschen sie so tief berührt haben. Daniela Klug möchte in Kambodscha weitermachen, womit sie bei ihrer Abreise aufgehört hat: aids- und krebskranken Waisenkindern zu helfen. "Das Thema 'Mensch' ist mein größtes Interessengebiet. Menschen faszinieren mich — ganz besonders Kinder, denn sie sind für mich enorm inspirierend", sagt sie.

Eigentlich wollte die 32-Jährige reisen und sich ihrer neuen Leidenschaft, dem Apnoetauchen, also dem Freitauchen, hingeben, mit dem sie vergangenes Jahr auf Bali das erste Mal in Berührung gekommen war. Die fertige Magisterstudentin kündigte ihren Bausparvertrag und machte sich auf den Weg nach Bangkok und später nach Singapur, lernte, Körper und Geist auf die Extremsportart vorzubereiten und machte schließlich ihren Master im Freitauchen. Mit einem Boot und unzählig vielen Bussen reiste sie dann spontan nach Kambodscha. 28 Stunden war sie unterwegs. Wie es der Zufall wollte, lernte sie einen Tuk-Tuk-Fahrer kennen, der sehr gut englisch sprach und sich bereiterklärte, der 32-Jährigen sein Land zu zeigen — abseits der Tourismusströme. Denn das war Daniela Klug besonders wichtig. Und so lernte sie auf ihrer Reise durch Kambodscha Land und Leute kennen, ihre Mentalität, ihren Alltag, ihre Lebenseinstellung.

In Battambang traf sie — wieder durch einen Zufall — auf Dr. Walter Zwick. Der deutsche Agrarwissenschaftler aus Speyer setzt sich für eine Verbesserung der Reisanbaumethoden ein. Mit seinem Know-how unterstützt er ehrenamtlich die Don Bosco Mission, die in der Region Battambang unter anderem zwei Schulen betreibt. Die Salesianer Don Boscos ermöglichen jährlich mehr als 5000 Kindern den Schulbesuch, sorgen für Kleidung, Nahrung, Lernmaterial und ein kleines Taschengeld.

Daniela Klug war sofort begeistert von den vielen Projekten der Don Bosco Mission, aber ihre Neugier war noch lange nicht gestillt. Und so führte sie ihr Weg nach Phnom Penh in ein Waisenhaus, in dem sie eine Zeit lang blieb und arbeitete. "Viele der Kinder haben eine Behinderung, weil sie während der Schwangerschaft unterversorgt waren", erzählt die 32-Jährige. Etliche unter ihnen sind HIV-infiziert, haben Krebs oder leiden an Tuberkulose. "Die Kinder werden zwar gewaschen, mit Essen und notdürftig mit Medikamenten versorgt, aber Förderung und Beschäftigung gibt es nicht", sagt Daniela Klug. Das liegt zum einen daran, dass die wenigen Helfer dafür keine Zeit haben, und zum anderen für Spielsachen und Krankengymnastik das Geld fehlt.

Das will Daniela Klug ändern. Seitdem sie aus Kambodscha zurück ist, hat sie Sachspenden gesammelt: Brillen, Buntstifte und Rücksäcke — alles, was irgendwie in ihren großen Reiserucksack passt, mit dem sie wieder nach Kambodscha aufbrechen will. "Eigentlich wollte ich ein Spendenkonto eröffnen, aber das kann ich als Privatperson nicht", sagt Daniela Klug. Sie darf zwar Geld persönlich annehmen, aber nicht auf einem Konto sammeln. Doch von ihrem Ziel, in Kambodscha zu helfen, lässt sie sich nicht abbringen. "Es war schon immer mein Wunsch, mich für Kinder einzusetzen", sagt Daniela Klug. Und weil die Menschen in Kambodscha sie mit ihrer freundlichen und lebensbejahenden Art so berührt haben, kehrt sie zurück und gibt ihren festen Wohnsitz in Deutschland auf. Die Reise hat sie verändert, innerlich aufgeräumt und auf ihren Lebensweg gebracht. Das gleiche möchte sie jetzt für die Waisenkinder tun.

Auf ihrem Blog www. withbuddhaonaboat.wordpress.com schreibt Daniela Klug über ihre Erlebnisse und Begegnungen mit den Khmer in Kambodscha. Wer die 32-Jährige mit Sachspenden unterstützen möchte, kann eine Mail schicken an m.a.d.klug@gmail.com.

(RP)