Mönchengladbach: Dafür stand Jung-Politiker Bernd Gothe im Jahr 1969

Mönchengladbach : Dafür stand Jung-Politiker Bernd Gothe im Jahr 1969

Der Bewerber steht im "30. Lebensjahre", ist von Beruf Ingenieur, verheiratet und hat ein Kind. Politisch engagieren möchte er sich in der Stadt "besonders für die wichtigen Veränderungen, die uns in der Großraumplanung bevorstehen". Ein "modernes, zielbewusstes Gemeinwesen" müsse aufgebaut, eine "gute, gesunde Wirtschaft zur Sicherung der Arbeitsplätze, ein sparsamer und reibungsloser Verwaltungsapparat, der jedem Bürger für seine Belange offen steht", angestrebt werden.

Eine Stadtvertretung dürfe nur die Interessen der Bürger und deren Anliegen sehen und "keine parteipolitischen Ziele verfolgen, wie sie in der Vergangenheit so oft praktiziert worden sind". Ferner findet der Kandidat, dass die "geistige und körperliche Heranbildung unserer Kinder" uns allen am Herzen liegen müsse: "Die Zukunft gehört unserer Jugend, wobei wir gerne den Rat der älteren Generation respektieren."

Großraumplanung, modernes Gemeinwesen, gesunde Wirtschaft, schlanke Verwaltung - klingt aktueller denn je. Doch der zitierte Bewerber kandidierte für eine längst vergangene Wahl - am 9. November 1969. Im damaligen Wahlbezirk 14 wollte ein gewisser Bernd Gothe für die FDP in den Rat einziehen. Das gelang - in Bonnenbroich/Geneicken holte Gothe damals mehr als 24 Prozent der Stimmen.

Jetzt, 45 Jahre später, ist einer der Zettel, die damals als Hauswurfsendung in den Briefkästen landeten, wieder aufgetaucht. "Ein Schreiner aus Geneicken hat ihn bei Renovierungsarbeiten einer alten Haustür gefunden - und zwar in einem Briefkasten, der seit damals offenbar nicht mehr geöffnet worden war", berichtet Gothe, der mittlerweile im "75. Lebensjahre" steht und gleich mehrfach Karriere gemacht hat - als Unternehmer, Politiker und Chef-Karnevalist.

Damals hingegen, 1969, war er gerade erst seit zwei Jahren in der Firma seines Vaters beschäftigt und startete auch politisch gerade erst durch. Mit seinen Forderungen von damals hält Gothe sich übrigens noch immer für absolut wählbar. "Ich stehe voll und ganz dahinter", sagt er.

(RP)