CSD Mönchengladbach: 400 Demonstranten beim Christopher Street Day 2019

Christopher-Street-Day in Mönchengladbach : Gut 400 demonstrieren beim CSD unterm Regenbogen

Viele Parteivertreter zogen mit, um für die Rechte und Akzeptanz Homosexueller einzutreten. Auch ein CDU-Ratsherr war dabei.

Mit ihren blau-gelb-silbrigen Einsatzfahrzeugen am Rande des Rheydter Marktes war die Polizei farblich nicht ganz auf der Höhe. Auf dem Platz dominierte beim Christopher Street Day am gestrigen Sonntag das viel buntere Spektrum der Regenbogenfahne. Zu Beginn des vom Mönchengladbacher CSD-Verein organisierten Festes zogen 400 Menschen unter diesem Banner durch die City, um für die Rechte von Homo- und Transsexuellen zu demonstrieren.

„Das sind fast doppelt so viele Teilnehmer wie voriges Jahr“, sagte René Vogel, Vorsitzender des CSD-Vereins. „Die Menschen gehen inzwischen etwas offener mit dem Thema um. Und es sind mittlerweile auch viele Jugendliche dabei, die mit auf die Straße gehen.“ Trotz einiger Erfolge in der rechtlichen Gleichstellung Homosexueller sieht Vogel aber noch nicht alle Ziele erreicht. „Und wir wollen das Erreichte auch erhalten. Auch dafür müssen wir kämpfen.“

Aus der Mönchengladbacher Politik gab es Unterstützung. Torben Schultz von den Linken schwenkte eine Regenbogenfahne, FDP und Grüne waren mit Ständen auf dem Markt vertreten, ebenso mit einiger Parteiprominenz die SPD: Die Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel, der Landtagsabgeordnete Hans-Willi-Körfges, Ratsfraktions-Chef Felix Heinrichs und Ratsherr Ulrich Elsen trugen gemeinsam ein Banner vor sich her. Aufschrift: „Ich bin, wie ich bin“. Eine Formation unter der Fahne der Satire-Partei „Die Partei“ zog mit – und auch ein CDU-Ratsherr: Dieter Breymann, der in einer Debatte des Stadtrates vergeblich dafür geworben hatte, auch am Rathaus die Regenbogenfahne zu hissen. „Ich vertrete hier die CDU –  und die Toleranz, insofern auch mich“, sagte Breymann. Dass die CDU auch beim 5. Mönchengladbacher CSD nicht sichtbarer vertreten  war, darüber müsse in der Fraktion noch einmal gesprochen werden, meint Breymann. „Wir haben in der CDU auch viele tolerante Leute. Nur haben die das Thema nicht auf dem Schirm.“

Rechtlich gleichgestellt zu sein, bedeute nicht, auch von der Gesellschaft gleich behandelt zu werden, sagte Tobias Világosi-Gehre vom Münsteraner CSD-Vorstand bei einer Kundgebung, als der Demonstrationszug den Marienplatz erreicht hatte. Vor allem Inter- und Transsexuelle würden noch immer marginalissiert. Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann (SPD), die gemeinsam mit der städtischen Sozialdezernentin Dörte Schall die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, stellt sich das anders vor. „Rheydt ist bunt, willkommen!“, grüßte Gersmann nach dem Demonstrationszug von der Bühne die Menge auf dem gut gefüllten Markt. Der CSD sei für sie kein x-beliebiger Termin, sondern liege ihr besonders am Herzen, sagte die Bezirksvorsteherin. Es gehe um das Recht, dass ein jeder nach seiner Fasson selig werden dürfe.

Die Demonstration zog mit Tobias Világosi-Gehre ander Spitze durch Rheydt. . Foto: Isabella Raupold
Paul Breuer und Gabriele Bischoff (beide in der Mitte) wurden mit Ehrenpreisen ausgezeichnet. Foto: Isabella Raupold

Zwei, die sich dafür eingesetzt haben, wollten der CSD-Verein und der Verein Lesbische Liebe (Leslie) gestern auszeichnen: Als Empfänger des „Regenbogen Bleistifts“ hatte der CSD Paul Breuer, Ex-Präsident der Karnevalsgesellschaft Leckere Jecke, auserkoren. Einen goldenen Regenbogen Bleistift sollte es für Gabriele Bischoffs Engagement in der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW geben.

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