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Mönchengladbach: Countdown für Horst: Bier-Funk und Partyhütchen

Mönchengladbach : Countdown für Horst: Bier-Funk und Partyhütchen

Für das Publikum ist "Horst" ein großer Spaß, für die Veranstalter viel Stress. Ulla Heinrich gehört zum Festival-Team und ist maßgeblich an der Koordination beteiligt. Wir haben sie in der letzten Stunde vor dem Start begleitet.

Es geht erstaunlich oft um Kaltgetränke, so kurz bevor es losgeht. "Wir brauchen noch Fässer an den Bierwagen", sagt Ulla Heinrich in ihr Funkgerät - und wie das Bier für die Bands auf die Bühnen kommt, ist auch noch nicht klar. Also läuft Heinrich los Richtung Bühne "Da hinten", schnappt sich einen Typen in schwarzem T-Shirt, fragt "Kümmert ihr euch selbst ums Bier?" Der nickt. Sie sagt "Gut. Danke." Und geht. Es ist gleich halb vier am Platz der Republik, in einer Stunde spielt die erste Band, und Ulla Heinrich muss schnell zurück in den Backstage-Bereich. Fast hätte sie das Mitarbeiter-Briefing im Backstage-Bereich vergessen.

Foto: Horst

Freitag um 16.30 Uhr ging es los beim Horst-Festival. Auf zwei Bühnen, "Da vorne" und "Da hinten", spielen Samstag und Sonntag 23 weitere Bands. 500 Helfer sind pro Tag im Einsatz, sie bewachen die Notausgänge und nehmen Künstler in Empfang, sammeln leere Gläser ein und schaufeln Lasagne auf die Teller der Techniker. Und es gibt Menschen, die das alles koordinieren. Ulla Heinrich ist eine von ihnen.

Foto: Horst

"Das komplette Essen ist vegan", erklärt Heinrich, als sie endlich mit den Mitarbeitern zusammensitzt. "Aber sagt das nicht, das schreckt manche ab." Ab 16 Uhr ist das Buffet für die Künstler geöffnet, das ist in 20 Minuten. Es gibt Ratatouille, Kartoffelgratin und Wasser für die Ordner. Für die Band Jupiter Jones gibt es Partyhütchen und Kräuterlikör. Der Schlagzeuger hat Geburtstag.

"Das ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen", sagt Heinrich, da ist sie wieder draußen unterwegs. Denn wenn eine Band schlecht gelaunt auf die Bühne gehe, übertrage sich das auf den gesamten Ablauf. "Wie ein Lauffeuer", sagt Heinrich. Und das wollen sie nicht: miese Stimmung.

Von der Bühne funken sie, dass Jupiter Jones kein Bier mögen, und fragen, ob sie auch Energy Drinks auf der Bühne haben könnten. Heinrich funkt zurück: "Geht klar." Noch eine halbe Stunde.

Die 27-Jährige muss dann noch einmal zum Kulturzelt und zum Eingang für Gäste und zurück ins Büro. E-Mails lesen. Unterwegs sagt sie immer mal wieder "Hi, schön dass ihr da seid". Noch eine Viertelstunde.

Gerade sind Claire aus München angekommen, also nimmt Heinrich zwei Stufen gleichzeitig zu den Künstler-Garderoben. Sie sagt: "Hi, ich bin Ulla" und schüttelt Hände. Sie versucht, jeden persönlich zu begrüßen. "Aber manche gehen mir immer durch die Lappen." Zurück im Flur huscht der Rapper Prinz Pi vorbei.

Über Funk kommt nun: "Hat sich erledigt, doch keine Energy Drinks auf der Bühne." Ulla Heinrich lacht im Gehen. Es ist halb fünf. Jetzt ist Horst-Festival. Sie muss weiter.

(RP)